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CC4F-Newsletter Januar

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Herzlich willkommen zur neusten Ausgabe. Diese informiert Sie über regio-lokale Entwicklungen der sozial-ökologischen Transformationsprozesse aus christlicher Perspektive.

Editoral: Zum Jahresanfang - was unser Geld verändern kann


Wenn das neue Jahr beginnt, fassen viele Menschen gute Vorsätze: weniger Auto fahren, bewusster konsumieren, politisch aktiver sein. Doch ein zentraler Hebel bleibt oft unsichtbar – das eigene Geld. Was auf Girokonten, in Lebensversicherungen oder Fonds liegt, entscheidet mit darüber, ob Wälder abgeholzt, Pipelines gebaut und Kohlegruben erweitert werden – oder Solardächer, Mieterstromprojekte und sozialer Wohnungsbau entstehen. Der Kontoauszug ist, streng genommen, ein moralisches Dokument.

Unsichtbare Macht der Kontostände

Bankguthaben wirkt harmlos. Es liegt scheinbar passiv, verzinst sich kaum, verschwindet als Zahl in einer App. Tatsächlich aber arbeiten Banken mit diesem Geld: Sie vergeben Kredite, kaufen Anleihen, investieren in Fonds. Recherchen von NGOs zeigen seit Jahren, dass auch deutsche Finanzinstitute Kohlekraftwerke, Ölkonzerne oder Rüstungsexporte finanzieren – oft mit dem Geld ganz normaler Sparerinnen und Sparer. Die Dimensionen sind enorm. Seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 haben die 60 größten Banken der Welt rund 6,9 Billionen US-Dollar in fossile Energien gelenkt. Gleichzeitig zeigen Studien: Schon vergleichsweise kleine Beträge, die von konventionellen zu nachhaltigen Banken verlagert werden, senken den individuell mitfinanzierten CO₂-Ausstoß deutlich. Wer sein Geld „einfach liegen lässt“, trifft also keine neutrale Entscheidung – sondern stärkt den Status quo.

Divestment: Ausstieg mit Signalwirkung

Die Divestment-Bewegung setzt genau hier an. Sie fordert den systematischen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas und die Umlenkung von Kapital in klimaverträgliche und sozial verantwortliche Alternativen. Was als studentischer Protest begann, ist längst im Zentrum großer Institutionen angekommen. Weltweit haben seit 2013 über 1.700 Einrichtungen mit einem Anlagevolumen von mehr als 40 Billionen US-Dollar Divestment-Beschlüsse gefasst – darunter Universitäten, Städte, Pensionsfonds und zahlreiche religiöse Institutionen.
Auch in Deutschland hat diese Bewegung Wirkung gezeigt. Kampagnen wie „Follow the Money“ der Umweltorganisation 'urgewald' erhöhten den Druck auf Banken, Versicherer und Fondsanbieter. Kohleprojekte wurden gestrichen, neue Finanzierungen erschwert – ein empfindlicher Einschnitt für Geschäftsmodelle, die auf Jahrzehnte fossiler Nutzung setzten.
Ein besonderes Signal kam im November 2025: 46 große kirchliche Institutionen aus Deutschland, darunter fast alle evangelischen Landeskirchen, kirchliche Banken und mehrere katholische Orden, erklärten anlässlich der Weltklimakonferenz COP30 ihren Ausstieg aus fossilen Geldanlagen. Es ist die größte Divestment-Initiative der deutschen Geschichte – und Teil einer weltweiten kirchlichen Bewegung.

Was Einzelne tun können

Angesichts solcher Zahlen wirkt das eigene Konto klein. Doch Banken leben von Masse. Millionen privater Einlagen tragen ihre Geschäftsmodelle. Daraus ergeben sich konkrete Handlungsspielräume – gerade zum Jahresanfang.
Ein Bankwechsel ist ein wirksamer Schritt. Nachhaltigkeits- und Kirchenbanken schließen Investitionen in Kohle, Atomkraft und Rüstung weitgehend aus und finanzieren erneuerbare Energien, ökologische Landwirtschaft, Bildung und soziale Projekte – oft transparent und nachvollziehbar. Auch Depots, Fonds und Versicherungen lassen sich prüfen. Viele Produkte tragen ein grünes Etikett, investieren aber weiterhin in fossile Konzerne. Wer genauer hinsieht, kann in streng nachhaltige Fonds, Energiegenossenschaften oder direkte Klima- und Sozialprojekte umschichten.

Christliche Perspektive auf anvertrautes Geld

Aus christlicher Sicht ist Geld niemals neutral. Es ist anvertrautes Gut und Teil der Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und die Nächstenliebe. Papst Franziskus spricht von einer „ökologischen und moralischen Schuld“ gegenüber jenen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden. Wenn Kirchen heute aus fossilen Anlagen aussteigen, ist das mehr als Finanzpolitik – es ist ein Glaubensbekenntnis.
Vielleicht beginnt das neue Jahr deshalb am besten mit einer ungewohnten Frage: Welche Geschichte erzählt mein Geld? Und passt sie zu dem, was ich über Klimaschutz, Menschenwürde und Gerechtigkeit denke? Die Divestment-Bewegung zeigt: Solche Fragen verändern nicht nur das Gewissen – sondern auch die Welt.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Jahr 2026!
Quelle: Bild von moerschy von Pixabay
Wenn Sie mehr über die Hebelwirkung von Geld erfahren möchten, informieren Sie sich auf der Webseite von urgewald. Dort finden Sie im Downloadbereich u. a. die Broschüre "Was kann eigentlich mein Geld?", die Sie über ihre eigenen Möglichkeiten aufklärt. Mehr lesen

Die Global Oil & Gas Exit List (GOGEL) ist die umfassendste öffentlich zugängliche Datenbank über die Öl- und Gasindustrie.


Wenn Sie mehr über die kirchliche Divestment-Initiative erfahren möchten: Mehr lesen

Vertiefende Infos

Money makes the world go around - Klimapolitik weltweit und der Beitrag des Marktes

20. – 21. Februar 2026 | Online

Das weitgehende Scheitern der jüngsten Weltklimakonferenz in Belém hat es nochmal verdeutlicht: Der Klimaschutz steht zunehmend unter ökonomischem Rechtfertigungsdruck, bei uns und weltweit, obwohl der Handlungsdruck eher zu- als abnimmt. Jedes Jahr aufs Neue erinnern uns globale Rekordtemperaturen, dramatische Waldbrände und besorgniserregende Eisschmelzen an die Notwendigkeit eines schnellen und effektiven klimapolitischen Handelns. Doch …

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Vatikanbank veröffentlicht ersten Nachhaltigkeitsbericht

Investitionen werden ausgeschlossen, die dem menschlichen Leben, der Umwelt oder der Gesellschaft schaden.

Das Istituto per le Opere di Religione (IOR), allgemein als Vatikanbank bekannt, hat seine Maßnahmen zur Offenheit ausgebaut. Am 4. Dezember 2025 stellte das Institut erstmals einen ausführlichen Bericht zu Nachhaltigkeit sowie eine Veröffentlichung nach den Vorgaben des dritten Säule-Elements von Basel III auf seiner Website bereit. …

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Jahresrückblick der CC4F Soest 2025

Sonderpreises der ACK für die Gestaltung der Schöpfungszeit 2024

Die Verleihung erfüllt uns mit großer Dankbarkeit und Freude. Sie würdigt das gemeinsame Engagement vieler Menschen, Gruppen und Institutionen in der Stadtgesellschaft, die mit Leidenschaft, Ideenreichtum und Beharrlichkeit dieses Format Jahr für Jahr mit Leben füllen. Weiterlesen ... Hoffnungsort Jugend Ein besonderer Schwerpunkt unserer religiösen Bildung für Nachhaltige Entwicklung (rBNE) liegt …

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Gemeingut Grundwasser: Kraft zum Leben schöpfen

Aktion von Brot für die Welt

Warum dieser Schatz geschützt werden muss.

Grundwasser versorgt fast die Hälfte der Menschheit mit Trinkwasser und spielt eine zentrale Rolle für Ernährungssicherung, Hygiene und Ökosysteme. In vielen Regionen Afrikas und Asiens sind 1,2 bis 1,5 Milliarden Menschen direkt auf Grundwasser angewiesen. Trotz dieser Bedeutung wird es weltweit übernutzt. In den letzten 50 Jahren hat …

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Am 12. Dezember 2015 wird das Pariser Klimaabkommen gefeiert, das 1,5‑Grad‑Ziel scheint gesichert. Zehn Jahre später schlägt die Ironie um in Bitterkeit. Die Erde brennt, die Zeit verrinnt, und aus „1,5 Grad“ werden zynisch „3 Grad“. Die Bildbotschaft steht sinnbildlich für eine Politik, die sich von ihren eigenen Zusagen entfernt hat. Vor diesem Hintergrund wirken …

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Treibhausgas-Bilanz 2023 der EKvW: Wo die Kirche steht – und was jetzt zu tun ist

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Klimaschutzbericht 2023/24 der EKvW – Fortschritte, Herausforderungen und klare Ziele

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Weltweit stehen die Zeichen auf Aufrüstung: Kriege, gefühlte Ressourcenknappheit, Migration und politische Instabilität schüren bei vielen Menschen Unsicherheit. Was bedeuten die politische Stimmung und die aktuellen Kriege für den Kampf gegen den Klimawandel? Kann ein wachsender Fokus auf Verteidigung und Kriegstüchtigkeit zu mehr Sicherheit führen – oder verschärft er bestehende Probleme? Und …

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Neue Wohnmodelle in ländlichen Räumen. Regionaltagung

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Alterung, Zuwanderung und veränderte Wohnbedürfnisse stellen ländliche Gemeinden vor neue Aufgaben. Wie gelingt es, Wohnraum zu schaffen, der vielfältig, bezahlbar und attraktiv ist – und dabei unterschiedlichen Generationen und Lebensstilen gerecht wird? Die Regionaltagung bringt Kommunen, Wohnungswirtschaft, Kirchen, Vereine und Initiativen an einen Tisch. Im Mittelpunkt stehen neue Wohntrends, gemeinschaftliche Wohnformen, barrierefreie Angebote und die Frage, wie …

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