Share this emailCopy the public link or share it on your favorite channel.

CC4F-Newsletter Juni 2026

Herzlich willkommen zur neusten Ausgabe. Diese informiert Sie über regio-lokale Entwicklungen der sozial-ökologischen Transformationsprozesse aus christlicher Perspektive.
CC4F Logo 2021-07-13 transparent_Web-Optimiert

Editoral: Bewahren, Erinnern, Verwandeln: Friedhöfe neu denken

Es ist ein ungewohnter Gedanke: ein Friedhof, der nicht nur Ort des Abschieds ist, sondern zugleich ein lebendiges Versprechen. Ein Raum, in dem sich Erinnerung und Zukunft berühren. Wo zwischen alten Grabsteinen Wildblumen wachsen, Insekten summen und Menschen nicht nur trauern, sondern verweilen, lernen und sich begegnen.
Die deutsche Friedhofs- und Bestattungskultur wurde 2020 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Diese Anerkennung würdigt ihre historische Tiefe: Friedhöfe sind Archive aus Stein und Erde. Sie erzählen von Generationen, von Glauben und gesellschaftlichem Wandel. Besonders kirchliche Friedhöfe tragen diese Geschichten oft über Jahrhunderte hinweg. Sie sind Orte der Trauer – und zugleich der kulturellen und spirituellen Vergewisserung.

Friedhöfe unter Druck – und voller Möglichkeiten

Doch diese Orte geraten zunehmend unter Druck. Der demografische Wandel, veränderte Lebensweisen und neue Bestattungsformen verändern ihre Nutzung grundlegend. Urnen- und Baumbestattungen gewinnen an Bedeutung, klassische Familiengräber verlieren an Attraktivität. Was für viele Menschen eine Entlastung bedeutet – weniger Pflege, geringere Kosten – führt bei Friedhofsträgern zu sinkenden Einnahmen bei gleichzeitig hohen Unterhaltskosten. In vielen Kommunen zeigen sich bereits Verfall oder die Umwidmung von Flächen.
Dabei liegt in dieser Krise auch eine Chance. Friedhöfe können neu gedacht werden – nicht gegen ihre Geschichte, sondern aus ihr heraus. Als Räume, in denen Erinnerungskultur, gesellschaftliche Verantwortung und die Bewahrung der Schöpfung zusammenfinden.
Ökologisch betrachtet sind Friedhöfe ohnehin unterschätzte Schatzkammern. Alte Baumbestände speichern CO₂, kühlen die Umgebung und bieten Lebensräume für Vögel, Insekten und Kleintiere. Gerade in dicht bebauten Städten zählen sie oft zu den letzten großen zusammenhängenden Grünflächen. Doch vielerorts dominieren noch monotone Rasenflächen, versiegelte Wege und pflegeintensive Strukturen, die weder ökologisch noch zukunftsfähig sind.

Friedhöfe zwischen Tradition und Transformation

Neue Konzepte setzen genau hier an. In Berlin werden brachliegende Flächen in grabähnliche Gemüsebeete verwandelt, in denen alte Sorten kultiviert werden. Das Projekt verbindet ökologische Vielfalt, kulturelles Erbe und soziale Teilhabe. In Kaiserslautern wird ein Friedhof als Ort für Kunst und interkulturellen Dialog genutzt – ein Raum, der nicht nur Vergangenes bewahrt, sondern Gegenwart gestaltet.

BiodiversitätsCheck auf dem ev. Friedhof in Weslarn

Auch eine kleine Gemeinde im Kreis Soest zeigt, wie dieser Wandel gelingen kann. Die evangelische Kirchengemeinde Weslarn gestaltet ihren Friedhof naturnah um: Flächen werden entsiegelt, heimische Pflanzen angesiedelt und neue Lebensräume geschaffen. Entscheidend war dabei die Beteiligung der Menschen vor Ort. So wird der Friedhof zu einem gemeinschaftlichen Projekt – und gewinnt neue Bedeutung.
Was hier sichtbar wird, ist mehr als eine ästhetische oder ökologische Anpassung. Es ist ein geistlicher Perspektivwechsel. Der Friedhof wird nicht länger nur als abgeschlossener Ort des Todes verstanden, sondern als Teil der lebendigen Schöpfung – als Ort der Verbindung zwischen Generationen, zwischen Mensch und Natur, zwischen Vergänglichkeit und Hoffnung.
Gerade Kirchen kommt in diesem Wandel eine besondere Verantwortung zu. Ihre Friedhöfe sind nicht nur historische Flächen, sondern anvertraute Räume der Schöpfung. Sie können zu sichtbaren Zeichen eines glaubwürdigen Umgangs mit der Erde werden – durch Förderung von Biodiversität, nachhaltige Gestaltung und Öffnung für die Gemeinschaft.
Wo Kirchen beginnen, ihre Friedhöfe als Orte ökologischer Umkehr und sozialer Begegnung zu begreifen, entsteht mehr als ein neues Nutzungskonzept: Es entsteht ein gelebtes Zeugnis. Eines, das zeigt, dass die Hoffnung auf Leben nicht nur verkündet, sondern auch gestaltet werden kann – mitten unter uns.
Bild: Kampelmann
Wenn Sie mehr über die Herausforderungen und das Potenzial von Friedhofsflächen wissen wollen, lesen Sie die aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Mehr lesen

Wenn Sie sich für die Umgestaltung des evangelischen Friedhofs in Weslarn interessieren, können Sie sich hier informieren Mehr lesen

Wenn Sie einen Beitrag über Gemüsegärtnern auf dem Friedhof sehen wollen, schauen Sie auf diese Seite des MDR Mehr lesen

Weitere Themen

Papst fordert: Künstliche Intelligenz „entwaffnen“

Enzyklika „Magnifica humanitas“: KI muss der Menschheit dienen, nicht der Macht Weniger

Warnung vor Entmenschlichung Künstliche Intelligenz ist eine der prägendsten Technologien unserer Zeit – doch ihre Entwicklung wirft grundlegende ethische Fragen auf. Papst Leo XIV. setzt mit seiner ersten Enzyklika Magnifica humanitas und aktuellen Stellungnahmen ein klares Signal: KI darf nicht zum Instrument von Macht und Profitinteressen werden, sondern muss konsequent …

Mehr erfahren
Papst fordert: Künstliche Intelligenz „entwaffnen“ 

Zukunft statt Gas! Kirche auf der Straße

Bild: presseportal.greenpeace.de

30. Mai | 5.00 Menschen mit Weltrekord in Hamm - Aufruf der EKvW

Demonstrierende bilden weltgrößtes bewegliches Windrad

Unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ haben 5.000 Menschen in Hamm demonstriert. 2.000 von ihnen haben zudem vor der Kulisse des Gaskraftwerks Gersteinwerk (RWE) mit einem Menschenbild ein bewegliches Windrad geformt und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt. Die Initiatoren der Protestaktionen, Greenpeace, Campact, Fridays for Future und BUND

Mehr erfahren
Zukunft statt Gas! Kirche auf der Straße

Verantwortung für die Schöpfung – Zukunft gestalten

Verantwortung für die Schöpfung – Zukunft gestalten
Die neue Kommunikationsstrategie der EKvW

Der Klimaschutz ist eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit. Um dieses Ziel zu erreichen, reicht Handeln allein nicht aus – wir müssen auch darüber sprechen. Das Klimabüro der EKvW hat daher eine umfassende Kommunikationsstrategie vorgelegt, die als strategische Grundlage für unsere gesamte Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsarbeit dient. Gute Klimakommunikation ist weit mehr als reine Informationsweitergabe. In Anlehnung an …

Mehr erfahren

Sonnenenergie für den Papst-Staat

Vatikan setzt auf nachhaltige Zukunft

Der Vatikan geht einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Mit dem Ausbau von Solaranlagen und innovativen Energieprojekten positioniert sich der kleinste Staat der Welt zunehmend als Vorreiter für ökologische Verantwortung. Im Zentrum der aktuellen Entwicklungen steht die Nutzung von Sonnenenergie – sowohl innerhalb der Vatikanstadt als auch auf vatikanischen Liegenschaften außerhalb der …

Mehr erfahren
Sonnenenergie für den Papst-Staat

Christliche Organisationen fordern von der EU schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

Christliche Organisationen fordern von der EU schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen
Ein breites Bündnis christlicher Gruppen übt starken Druck auf die Europäische Union aus

120 kirchliche Organisationen aus 20 EU-Ländern haben einen gemeinsamen Klima-Appell veröffentlicht, der einen raschen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas verlangt. Konkrete Zeitpläne gefordert Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner machen klare Vorgaben: Kohlebis 2030Gasbis 2035Ölbis 2040 Zusätzlich fordern sie ein sofortiges Verbot neuer Öl- und Gasprojekte sowie einen …

Mehr erfahren

Kirche mitten im Leben – nicht im Verwaltungsmodus

Appell von FJ Klausdeinken SoAZ 2026-06-27: Kirche mitten im Leben – nicht im Verwaltungsmodus

Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg stand unter dem Leitwort: „Hab Mut, steh auf!“. Es war ein Ruf nach einer Kirche von Morgen, die nicht um sich selbst kreist, sondern mitten im Leben steht: nahbar, leidenschaftlich und solidarisch. Eine Kirche, die Hoffnung stiftet und Menschen inspiriert, …

Mehr erfahren
Kirche mitten im Leben – nicht im Verwaltungsmodus

„Hab Mut, steh auf!“ – Christians4Future beim Katholikentag 2026

„Hab Mut, steh auf!“ – Christians4Future beim Katholikentag 2026
„Ein Kraftort für die Kirche – und für unsere Demokratie“

Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg stand unter einem starken Leitwort: „Hab Mut, steh auf!“ Dieses Wort war weit mehr als ein Motto. Es war ein Weckruf. Ein Ruf nach einer Kirche von Morgen, die nicht um sich selbst kreist, sondern mitten im Leben steht: mutig, nahbar, leidenschaftlich und solidarisch. …

Mehr erfahren

Erdüberlastungstag 2026 - Deutschland hat Ressourcen aufgebraucht!

Ab dem 10. Mai 2026 schulden wir der Erde was:1,75 Erden verbrauchen wir pro Jahr

Am 10. Mai 2026 war der deutsche Erdüberlastungstag erreicht – ein alarmierendes Datum, das verdeutlicht, dass Deutschland bereits zu diesem Zeitpunkt alle natürlichen Ressourcen verbraucht hatte, die der Planet für das gesamte Jahr regenerieren kann. Würden alle Menschen weltweit so leben wie in Deutschland, …

Mehr erfahren
Erdüberlastungstag 2026 - Deutschland hat Ressourcen aufgebraucht!

Schöpfungszeit 2026: prophetisch sein

Wir können reden: über das, was uns trägt
Wir werden reden: über das, was unsere Gesellschaft bewegt
Wir müssen reden: weil Hoffnung Menschen verbindet

1.9.- 4.10.2026

Wir wollen weiterwirken und laden schon heute zur Schöpfungszeit 2026 ein – offen für Ideen, Engagement und Kreativität. Jede und jeder kann mitgestalten. Denn Kirche bleibt nur dann lebendig, wenn sie mitten im Leben sichtbar wird. Bei Interesse gerne melden: mail@cc4f-soest.org

Ausstellung: propheTisch

In der Schöpfungszeit 2026 in Soest prophetisch sein - in der Bibel ein bedeutsames, sprechendes Bild für eine gute Zukunft

Prophetisch sind Worte und Aktionen, die etwas in Bewegung bringen, etwas verändern und erneuern wollen. Prophetinnen & Propheten sind Menschen, denen die Zukunft am Herzen liegt; deshalb beginnen sie zu reden, mitunter eindringlich und laut. Sie halten ihrer Zeit einen …

Mehr erfahren
Ausstellung: propheTisch

Ausstellung: Augenblick mal

In der Schöpfungszeit 2026 in Soest BIBEL.WORTE.PRESSE.FOTOS

Die Wanderausstellung präsentiert am Boden auf Bild- und Texttafeln Pressefotos und Bibelworte. Die Fotos von unterschiedlichen Lebenssituationen treten in ein spannungsvolles Gegenüber zu biblischen Gedanken, Sprüchen, Verheißungen. „Überschriften“ und Bibeltexte geben in ihrer grafischen Gestaltung einen Aspekt des Bildes wieder. Die Ausstellung regt Blick- und Perspektivwechsel an. „Augenblick mal“ lädt ein zu Gesprächen über Gott und die Welt.Text …

Mehr erfahren
Ausstellung: Augenblick mal

Ausstellung: Lass Blumen sprechen

In der Schöpfungszeit 2026 in Soest

Blumen der Bibel: Lilien und Lotusblüten, Rosen im Tal und Rosen unter Dornen – in der Bibel sind manche Blumen und über 100 Pflanzen erwähnt. Schon Moses beschrieb Palästina als „ein Land, darin Milch und Honig fließen“ (2. Mos 3,8). Ein Land, das vom Mittelmeer und seiner fruchtbaren Küstenebene mit üppigen Getreide- und Wildblumenfeldern, …

Mehr erfahren
Ausstellung: Lass Blumen sprechen

Wandkalender Schöpfungszeit 2026 - bis zum 31. Mai über uns bestellen und Exklusivpreis nutzen

Eine Welt. Eine Schöpfungszeit. Vom 1. September bis 4. Oktober Exklusivpreisaktion für alle Mitglieder unseres Netzwerkes! Was können Gemeinden, Christ:innen, Kinder oder Familien konkret zur Bewahrung der (Mit-)Schöpfung beitragen? Eine ganze Menge! Inspirationen dafür bietet auch 2026 wieder unser Kalender zur Schöpfungszeit. Der großformatige Bildkalender erschient nun schon zum 6. Mal und findet immer mehr "Schöpfungs-Fans"! Er führt Tag für …

Mehr erfahren
Wandkalender Schöpfungszeit 2026 - bis zum 31. Mai über uns bestellen und Exklusivpreis nutzen

Ausblick

"Flächen-Umnutzung statt Flächenfraß?"

2. Juni 2026 um 18 Uhr: Online-Diskussion Das begrenzte Gut Fläche ist stark umkämpft: Wohnen, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft, Erneuerbare Energien, Verkehr und Freizeit fressen sich immer mehr in die Landschaften hinein. Wie lassen sich die unterschiedlichen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Ansprüche ausbalancieren, ohne dass immer mehr Böden versiegelt werden? Welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind erforderlich, um den Flächenverbrauch …

Mehr erfahren
"Flächen-Umnutzung statt Flächenfraß?"

BNE-Modul "Klimafolgenanpassung"

08.07.2026, Rathaus der Stadt Soest, Am Vreithof 8, 59494 Soest

Langanhaltende Trockenzeiten, extreme Hitze, starke Stürme und Überschwemmungen, die extremen Wettereignisse, nehmen zu. Die Klimaveränderungen sind für uns spürbar. Die zunehmenden Auswirkungen der Erderwärmung erfordern eine verstärkte Sensibilisierung und Bildung in Bezug auf Klimaanpassungsmaßnahmen. Frühzeitig sollten Kinder und Jugendliche für das Thema "Klimafolgenanpassung" und den Auswirkungen des Klimawandels sensibilisiert werden, …

Mehr erfahren
BNE-Modul "Klimafolgenanpassung"