Kolumne Evangelisch Kontrovers

In seinem Beitrag „Wie Billig-Mode Gottes Schöpfung schadet“ verbindet der Theologe Alexander Maßmann christliche Schöpfungsverantwortung mit Kritik an Fast Fashion. Ausgangspunkt ist ein Bibelwort aus der Bergpredigt, das er auf die heutige Konsumgesellschaft überträgt. Während Jesus zur Gelassenheit gegenüber Kleidung aufrief, sieht Maßmann heute Anlass zur Sorge: Weltweit werden jährlich über 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert, von denen viele nur kurz getragen und anschließend entsorgt werden.
Der Autor beschreibt die ökologischen Folgen der Billigmode: Viele Kleidungsstücke bestehen aus Polyester und anderen Kunstfasern, die Mikroplastik freisetzen und nur schwer recycelt werden können. Hinzu kommen hoher Ressourcenverbrauch, große Mengen an Textilmüll sowie erhebliche CO₂-Emissionen durch Produktion, Transport und Entsorgung. Auch soziale Probleme wie schlechte Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern werden angesprochen.
Kritisch bewertet Maßmann zudem den wachsenden Secondhand-Markt. Dieser könne zwar einen Beitrag leisten, löse das Grundproblem aber nicht automatisch, da viele Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzlich neue Kleidung kaufen und dadurch der Konsum insgesamt weiter steigt.
Als Lösungsansätze nennt der Autor strengere politische Vorgaben für Hersteller, etwa eine stärkere Verantwortung für die Entsorgung von Kleidung, mehr Transparenz über Umweltfolgen sowie Maßnahmen gegen besonders umweltschädliche Fast-Fashion-Angebote. Gleichzeitig betont er die Verantwortung der Konsumentinnen und Konsumenten: Nachhaltiger Konsum beginne damit, weniger und bewusster einzukaufen.
Kernaussage: Wer die Schöpfung bewahren möchte, sollte Kleidung nicht als Wegwerfprodukt betrachten. Nachhaltige Mode erfordert sowohl politische Rahmenbedingungen als auch ein Umdenken beim persönlichen Konsumverhalten.
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