Forderungen zur Klimasozialpolitik des Wohnens – Klimaschutz sozial priorisieren

Gebäudemodernisierung ohne Energiearmut – Klimaschutz sozial priorisieren
Grüngasquoten belasten Verbraucher mit niedrigen Einkommen.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: „Wir können Energiearmut verhindern, wenn wir die vorhandenen Instrumente konsequent nutzen. Klimaschutz und Sozialpolitik gehören zusammen – eine ausreichend warme Wohnung ist kein Luxus. Die jetzt vorgeschlagenen Grüngasquoten verschärfen Energiearmut und sind klimapolitisch unzureichend.“
„Wer die Heizkeller des Landes weiter auf fossile Energien ausrichtet, erweist Niedrigeinkommensbeziehern und dem Klima einen Bärendienst und schränkt gleichzeitig die Freiheitsrechte kommender Generationen ein.“; Welskop-Deffaa:
Die Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) enthalten die Abschaffung der Verpflichtung, bei neuer Heiztechnik ab Mitte 2026 bzw. Mitte 2028 in Deutschland zu 65% auf erneuerbare Energien zu setzen. Stattdessen will der Gesetzgeber zum einen eine allgemeine Grüngasquote von bis zu 1% ab 2028 im bestehenden Gasmix und zum anderen für ab Gesetzeseintritt neu eingebaute Gasheizungen eine Grüngasquote von 10% ab 2029 („Bio-Treppe“) einführen.
In einer Kurzstudie im Auftrag des Deutschen Caritasverbands und der European Climate Foundation zeigt Prognos, dass insbesondere Menschen mit niedrigen Einkommen durch eine Grüngasquote belastet würden.
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Kurzstudie im Auftrag des Deutschen Caritasverbands (pdf)
Kosten der Grüngasquote (GGQ) – Bewohner_innen von besonders schlechten Gebäuden über 200 Euro im Jahr
Laut Prognos-Berechnung bedeutet die „Bio-Treppe“ ab 2029 für Menschen mit Gasheizung, die zu den einkommensschwächsten 10 % der Bevölkerung gehören, eine Mehrbelastung von 8,62 Euro im Monat und ca. 103 Euro im Jahr. Das entspricht einer Mehrbelastung von 1 % des Jahreseinkommens – während das oberste Dezil der Bevölkerung nur mit 0,3 % mehr belastet wird.
Für Bewohner_innen von besonders schlechten Gebäuden kann die Belastung bis zu doppelt so hoch sein als in durchschnittlichen Gebäuden. Für Menschen im ersten Einkommensdezil können sich so Mehrbelastungen von über 16 Euro im Monat und über 200 Euro im Jahr ergeben. Im Durchschnitt der Dezile müssen Verbraucher_innen mit Mehrkosten von 14,40 Euro im Monat und 173 Euro im Jahr rechnen.
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Link zur Kurzstudie (pdf)

Energiearmut bekämpfen
Wohnen ist die Grundlage für ein gutes Leben und ein Menschenrecht. Eine ausreichende Versorgung mit Haushaltsenergie sowie Warmwasser- und Heizenergie gehört zum Existenzminimum des Menschen. Ist die Versorgung mit Energie nicht ausreichend sichergestellt, droht Energiearmut.
Der Deutsche Caritasverband fordert in seinem neuen Positionspapier eine entschiedene Bekämpfung von Energiearmut in Deutschland. Rund 5,3 Millionen Menschen oder 6,3% der Bevölkerung konnten in 2024 ihren Wohnraum aus finanziellen Gründen nicht ausreichend warmhalten. Das ist für eine der reichsten Industrienationen nicht hinnehmbar. Die Ursachen von Energiearmut sind vielfältig: materielle Armut, schlechte Sanierung, fossile Heiztechnik, hohe Energiepreise. In dem Positionspapier fordert der Deutsche Caritasverband u.a., dass das Gebäudeenergiegesetz (GEG) an der Verpflichtung zu erneuerbaren Heiztechnologien festhält, die Mittel der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sozial gestaffelt und soziale Härten mit sozialpolitischen Instrumenten abgefedert werden.
Das Positionspapier finden Sie hier. Eine Kurzversion des Papier finden Sie hier.
Informationen auf klima.caritas.de (Link)