Schöpfungszeit lebt vom Mitmachen – weitere Beiträge willkommen

Fest des Erzbistums Paderborn am 12. September 2026 in Dortmund

Die Schöpfungszeit 2026 in Soest steht unter dem Leitwort „prophetisch sein“. Prophetisch zu sein bedeutet nicht nur, Missstände zu benennen. Es heißt auch, Hoffnung sichtbar zu machen, neue Perspektiven zu eröffnen und Menschen einzuladen, die Welt mit offenen Augen wahrzunehmen.

Genau das geschieht bereits: Neben dem offiziellen Programm bringen engagierte Menschen aus Soest und der Region ihre eigenen Ideen ein. Sie gestalten Ausstellungen, laden zum Nachdenken ein, erzählen Geschichten oder eröffnen neue Zugänge zur Schönheit und Verletzlichkeit der Schöpfung. So entsteht Schritt für Schritt ein vielfältiges Mosaik aus Perspektiven, Erfahrungen und Hoffnungszeichen.

Diese Beiträge bereichern die Schöpfungszeit. Sie zeigen, dass Schöpfungsverantwortung viele Ausdrucksformen kennt – in Kunst, Fotografie, Musik, Literatur, Naturerfahrung, Spiritualität oder gesellschaftlichem Engagement. Jede und jeder kann dazu beitragen, die Schöpfungszeit zu einem Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens zu machen.

Wir laden deshalb herzlich ein: Wenn Sie selbst eine Idee haben, die zum Leitwort „prophetisch sein“ passt, sprechen Sie uns an. Ob Ausstellung, Workshop, Vortrag, Lesung, Exkursion, Konzert oder kreatives Mitmachangebot – wir freuen uns über weitere Initiativen, die das Programm ergänzen und bereichern.

Gemeinsam kann so ein Netzwerk entstehen, das zeigt: Prophetisches Handeln beginnt oft im Kleinen – dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Schönheit entdecken, Würde achten und Hoffnung weitergeben.

Schöpfungszeit 2026: prophetisch sein (Link)

Fotoausstellung „Würde“ von Animals´ Angels

Der Verein Animals‘ Angels hat über einen Zeitraum von 25 Jahren hunderttausende von Tieren auf Tiermärkten und während Tiertrans­porten begleitet. 
Als Zeichen ihres unveräußerlichen Wertes und ihrer Würde hat der Verein vielen von ihnen einen Namen gegeben und ihre Fotos veröffentlicht. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von eindrucksvollen Porträtfotos, die im Laufe der Jahre entstanden sind. 

Die Fotos sind ein Akt des Widerstandes gegen Tiertransporte und gegen die Ausbeutung unseres Planeten, dessen zahlenmäßig größte Opfergruppe die Tiere sind. Es geht um Solidarität mit den sogenannten Nutztieren, die unsichtbar, allein und verlassen sind. Und es geht um Hoffnung auf Veränderung durch ein hörendes Aufeinanderbezogensein von Tieren und Menschen.

„Der Weise“, Foto Christa Fianda

Fotoausstellung: Wasser – prophetische Perspektiven

Wasser ist lebensnotwendig – und zugleich voller Überraschungen. Diese Fotoausstellung lädt dazu ein, Wasser aus ungewohnten Blickwinkeln zu entdecken: Spiegelungen verändern unsere Wahrnehmung, Wellen verzerren vertraute Bilder, der Blick von unter der Wasseroberfläche eröffnet neue Horizonte. Was auf den ersten Blick selbstverständlich erscheint, zeigt plötzlich eine andere Wirklichkeit.

Gerade darin liegt die Verbindung zum Leitwort der Schöpfungszeit „prophetisch sein“. Prophetinnen und Propheten laden dazu ein, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Sie durchbrechen eingefahrene Sichtweisen, hinterfragen Gewohntes und eröffnen Perspektiven, die Hoffnung und Veränderung ermöglichen. Die Bilder dieser Ausstellung machen erfahrbar, dass Wirklichkeit oft mehr ist, als wir auf den ersten Blick erkennen. Zugleich erinnert Wasser an seine existenzielle Bedeutung für alles Leben. Angesichts von Klimawandel, Dürren, Überschwemmungen und wachsender Wasserknappheit wird deutlich: Mit Wasser achtsam umzugehen ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ethische und spirituelle Aufgabe. Die Ausstellung möchte dazu anregen, über den Wert dieser kostbaren Gabe nachzudenken und sie als Teil der uns anvertrauten Schöpfung neu wertzuschätzen.

Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. (Amos 5,24)

Der Prophet Amos verbindet Wasser mit Gerechtigkeit. Wie Wasser Leben ermöglicht, sollen auch Recht und Gerechtigkeit das Zusammenleben der Menschen prägen. So wird Wasser zum Sinnbild einer Hoffnung, die nicht versiegt. Es verbindet die ästhetische Erfahrung der Ausstellung mit dem Anspruch, die Welt im Sinne Gottes zu gestalten – ein zentraler Gedanke der Schöpfungszeit.