Christliche Organisationen fordern von der EU schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

Ein breites Bündnis christlicher Gruppen übt starken Druck auf die Europäische Union aus

120 kirchliche Organisationen aus 20 EU-Ländern haben einen gemeinsamen Klima-Appell veröffentlicht, der einen raschen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas verlangt.

Konkrete Zeitpläne gefordert

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner machen klare Vorgaben:

Kohlebis 2030
Gasbis 2035
Ölbis 2040

Zusätzlich fordern sie ein sofortiges Verbot neuer Öl- und Gasprojekte sowie einen Stopp der Genehmigung neuer fossiler Infrastruktur.

Dauersteuer auf Konzerngewinne

Besonders kritisch sehen die christlichen Gruppen die enormen Gewinne der Öl- und Gaskonzerne. Laut einem Bericht des Guardian sollen die 100 größten Öl- und Gasunternehmen während des Iran-Kriegs zeitweise mehr als 30 Millionen Dollar pro Stunde Gewinn gemacht haben. Die Organisationen fordern daher eine dauerhafte Besteuerung dieser Übergewinne, wobei die Einnahmen den Umbau des Energiesystems finanzieren und besonders verletzliche Haushalte unterstützen sollen.

Kritik an EU-„Omnibus“-Gesetzgebung

Die Kirchen warnen vor aktuellen Plänen der EU-Kommission zur Lockerung von Umweltregeln. Die sogenannte „Omnibus“-Gesetzgebung würde laut den Kritikern Schutzstandards schwächen und zu Deregulierung führen.

###Unterstützer und christliche Werte

Zu den Unterzeichnenden zählen unter anderem:

  • Caritas Europa
  • Laudato-Si‘-Bewegung
  • Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

Der Appell trägt den Titel „Europa, bleib unserer gemeinsamen Heimat treu“ und beruft sich auf christliche Werte wie Menschenwürde, Gemeinwohl und Verantwortung für die Schöpfung. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des ZdK, hat sich mehrfach klar für ambitionierten Klimaschutz und gegen Aufweichungen von Umweltstandards positioniert.

Unterstützung für den Globalen Süden

Die Gruppen fordern zudem mehr Unterstützung für ärmere Länder – durch Schuldenerlasse, Zuschüsse statt Kredite und gerechtere Steuern. Die Klimakrise treffe besonders arme Länder und sozial schwächere Menschen

ZdK unterstützt die Kampagne

„Schluss mit dem Aufschub bei der Klimapolitik!“, sagte ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp zum Start der Kampagne mit dem Titel „Europa, bleibe unserem gemeinsamen Haus treu“. Es sei an der Zeit, Gesetze zu machen, um ambitionierte Klimaziele zu erreichen.

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