Klimaneutrales Soest: Darauf können wir stolz sein

Leserbrief von F.-J. Klausdeinken veröffentlicht im Soester Anzeiger am 21.08.26

Dass Soest selbst in Saarbrücken und in Prüm in der Eifel für sein Engagement bei Klimaneutralität und Klimafolgenanpassung bekannt ist, hätte ich nicht erwartet. „Ihr seid ja auf dem Weg“, sagte eine Mitarbeiterin im Tourismusbüro. Und ein Kommunalpolitiker im Straßenwahlkampf meinte: „Es wäre schön, wenn wir uns, wie Soest, hier noch stärker und schneller auf den Klimawandel einstellen würden.“

Solche Rückmeldungen zeigen: Soest hat sich mit dem zukunftsweisenden „Klimapakt – Klimaneutrales Soest 2030“ bundesweit einen Namen gemacht. Darauf können wir stolz sein. Der Klimapakt verbindet Klimaschutz und Klimafolgenanpassung und zeigt: Eine Kommune kann ihre Zukunft aktiv gestalten. Auch die Checkliste gegen Hitze und Starkregen sowie die anstehende Klimawoche in Kooperation mit Lippstadt setzen über die Stadtgrenzen hinaus wichtige Signale.

Dabei geht es längst nicht mehr um abstrakte Klimaziele. Die Folgen des Klimawandels sind unmittelbar zu erleben: Bäume werfen vorzeitig ihre Blätter ab, Bäche und Tümpel trocknen aus, Totalverluste bei der Ernte drohen, der Trinkwassernotstand wird vermehrt ausgerufen, Waldbrände – auch am Möhnesee – vernichten Lebensraum. Niedrige Wasserstände im Rhein und anderer Wasserstraßen zeigen, wie sehr auch Wirtschaft und Infrastruktur betroffen sind. Die Kosten der Klimafolgen gehen inzwischen in die zig Milliarden Euro.

Mehr als 12.000 Menschen starben in den letzten Wochen an den Folgen der Hitze. Klimaschutz und Klimaanpassung sind deshalb keine freiwillige Zusatzleistung, sondern verantwortungsvolle Vorsorge und vorausschauende Infrastrukturpolitik. Wer heute handelt, schützt Lebensgrundlagen, begrenzt künftige Risiken und stärkt die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Gerade deshalb sollten wir den eingeschlagenen Weg gemeinsam weitergehen. Klimaneutralität ist ein Zukunftsprojekt, das strategische Weitsicht und gemeinsames Handeln verlangt. Politik und Verwaltung schaffen verlässliche Rahmenbedingungen, Unternehmen entwickeln Lösungen und investieren, Bürgerinnen und Bürger sowie Initiativen bringen Ideen und Engagement ein. Das ist die Stärke des Klimapakts: Er verbindet strategische Verantwortung mit konkretem Handeln und macht Klimaschutz und Klimaanpassung zur gemeinsamen Gestaltungsaufgabe.

Es ist gut, in einer Stadt zu leben, die ihre Zukunft selbst in die Hand nimmt. Der Klimapakt 2030 steht für Lebensqualität, Sicherheit und die Zuversicht, Zukunft gemeinsam gestalten zu können. Deshalb sollte Soest seinen Kurs halten und den Klimapakt 2030 konsequent weiterführen. Damit Soest auch künftig für das steht, was die Stadt heute schon auszeichnet: eine lebenswerte Stadt, die Verantwortung übernimmt, Zukunft gestaltet und Menschen zum Mitmachen bewegt.

Dr. Franz-Josef Klausdeinken, Soest