Klimaschutz, Klimaanpassung und Naturschutz als Vorsorgepolitik stärken



Positionspapier zum Klimapakt Soest – Kurzversion (4 Seiten)
Soest, 16. September 2026. Im Rahmen der Klimawoche Soest-Lippstadt hat das Bündnis Klimapakt 2030 sein Positionspapier „Klimapakt Soest – klimaneutrale Stadt bis 2030 – Folgerungen aus der Klimabelastung 2026“ an den Klimaschutzbeauftragten der Stadt Soest, Tim Scharschuch, übergeben. 16 zivilgesellschaftliche Initiativen formulieren darin gemeinsame Anforderungen und zwölf Prioritäten für die weitere Umsetzung des Klimapakts.
Die zentrale Botschaft des Bündnisses ist klar: Das Ziel „klimaneutrales Soest bis 2030“ muss bestehen bleiben. Der Klimapakt soll konsequent weiter umgesetzt werden. Die angespannte Haushaltslage sei kein Grund, Klimaschutz, Klimaanpassung oder Artenschutz zurückzustellen. Sie erforderte vielmehr eine klare Priorisierung besonders wirksamer Maßnahmen.
„Der Sommer 2026 hat erneut gezeigt, wie stark Hitze, Trockenheit und andere Extremwetterereignisse Menschen, Natur, Wirtschaft und Infrastruktur belasten. Bäume erleiden Hitzeschäden und werfen vorzeitig ihre Blätter ab, Bäche und Tümpel trocknen aus. Der Schiffsverkehr kommt zum Erliegen, Ernteverluste drohen und die Wasserverfügbarkeit wird zum Problem“, erklärt Sabine Schumacher vom BUND.
Auch die gesundheitlichen Folgen seien ein dringender Weckruf. „15.800 hitzebedingte Sterbefälle von Mai bis Mitte August 2026 sind ein erschreckendes Signal. Noch nie gab es so viele Hitzetote. Mehr als 3.000 waren es in NRW. Jeder Tote ist ein Schicksaal und jeder Tote ist einer zu viel.“, betont F.-J. Klausdeinken von den Christians4Future.
Das Bündnis versteht Klimaschutz, Klimaanpassung und Naturschutz als verantwortungsvolle Vorsorgepolitik: Klimaschutz begrenze die weitere Verschärfung der Klimafolgen, Klimaanpassung verringere die Schäden, die bereits eintreten oder nicht mehr vollständig vermeidbar sind. Und Artenschutz stabilisiert unsere stark angegriffene natürliche Lebensgrundlage.
Der Klimapakt biete dafür weiterhin einen tragfähigen politischen Rahmen. Gleichzeitig zeige das Controlling deutlichen Handlungsbedarf, insbesondere beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Photovoltaik. „Angesichts der bereits absehbaren Schäden müssen besonders wirksame Maßnahmen mit hoher Priorität umgesetzt werden“, so Volker vom Lehn vom Verein Umschalten in der Energieversorgung. „Denn unsere Lebensgrundlagen hängen auch von einem intakten ökologischen Gleichgewicht ab. Dieses dürfen wir nicht weiter gefährden.“ Das Bündnis fordert deshalb unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur sowie die Umsetzung des Verkehrs-Entwicklungs-Plans Klima+ zu beschleunigen. Klimaanpassung sind verbindlich in Stadtentwicklung und Wärmeplanung zu verankern und Hitzeschutz, Wassermanagement sowie klimaresiliente öffentliche Räume stärker in den Mittelpunkt zu rücken.Dabei versteht sich das Bündnis ausdrücklich als Partner von Politik und Verwaltung. „Wir wollen die Politik und Verwaltung unterstützen. Der Klimapakt bietet eine tragfähige Grundlage für konsequentes Handeln.“ führt Andreas Scheffer von der Mitmach-Region aus. Die 12 Prioritäten des Positionspapiers sollen Politik und Verwaltung dabei als Orientierung für die weitere Umsetzung dienen. „Wir sehen den Klimapakt nicht als Gegensatz zu einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik. Im Gegenteil: Klimaschutz, Klimaanpassung und Naturschutz sind Vorsorgepolitik“, erläutert Jutta Moschner von der Gemeinwohl-Ökonomie. „Wer heute handelt, schützt die Lebensgrundlagen für alle, begrenzt künftige, enorme Folgekosten und stärkt so die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt“.

Die Bündnispartner: Arbeitskreis Kirche und Klima Soest, Better Mobility Soest, BUND OG Soest-Welver, Christians & Churches for Future im Raum Soest, foodsharing Bezirk Soest, Mitmach-Region Soester Börde, proveg Soest, Gemeinwohl Ökonomie OG Soest, Klimatreff Soest, Mitmach Garten Soest, Repair Cafe, SOfair, Umschalten in der Energieversorgung e.V., VCD Soest, Extinction Rebellion Soest-Lippstadt, …
12 PRIORITÄTEN FÜR DEN KLIMAPAKT SOEST
- Klimaneutralität 2030 als Ziel sichern und Maßnahmen priorisieren
Das politisch beschlossene Ziel des Klimapakts 2030 bleibt verbindlicher Orientierungsrahmen für das kommunale Handeln. Wirksame Maßnahmen sind vorrangig umzusetzen und vorhandene Ressourcen auf Maßnahmen mit hoher Klimawirkung zu konzentrieren. - Mobilität als zentralen Hebel der Klimaneutralität nutzen
Den Verbund aus Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV stärken, klimafreundliche Mobilität fördern und die im VEP Klima+ ausgewählten Maßnahmen nach Klimawirkung, Kosten und Umsetzbarkeit konsequent umsetzen. - Erneuerbare Energien und Netzinfrastruktur beschleunigt ausbauen
Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur wird beschleunigt und kommunale Hemmnisse werden abgebaut. Vorrang- und Eignungsflächen sind konsequent zu nutzen und natur- und artenschutzrechtliche Belange einzuhalten. - Wärme- und Kälteplanung verbinden
Die kommunale Wärmeplanung wird um die Kälteplanung erweitert. Innovative Lösungen wie Kalt-Wärme-Netze für eine klimaneutrale Wärme- und Kälteversorgung nutzen. - Baugebiete klimaneutral und -resilient entwickeln
Baugebiete konsequent auf klimaneutrale Energieversorgung, Hitzeschutz, Regenwassermanagement und zukunftsfähige Mobilität ausrichten.. - Kommunale Gebäude ertüchtigen und zum Vorbild machen
Schulen, Kitas, Krankenhäuser und weitere kommunale Einrichtungen energetisch ertüchtigen und wirksam gegen Hitze und andere Klimafolgen schützen. - Klimaanpassung verbindlich verankern
Klimaanpassung als kommunaler Vorsorgepolitik etablieren und den Schutz von Menschen, Natur, Infrastruktur und Lebensqualität bei Planungen und Investitionen berücksichtigen. - Öffentliche Räume nach dem Stadtnaturschutz und Schwammstadtprinzip gestalten
Stadtbäume, Grünflächen, Gewässer, Verschattung, Entsiegelung, Regenwasserrückhalt und Trinkwasserangebote zum Standard einer klimaresilienten Stadtentwicklung machen. - Landwirtschaft stärken, Ernährung zukunftssicher gestalten
Eine klimaresiliente Landwirtschaft und regionale Ernährungssysteme fördern, Böden und Wasser als Lebensgrundlagen schützen sowie regionale Kreisläufe, nachhaltige Lebensmittelversorgung und klimaschonende Ernährung stärken. - Großveranstaltungen klimaangepasst und klimaverträglich gestalten
Kommunale Veranstaltungen konsequent auf Energie, Mobilität, Abfall, Ressourcenverbrauch und Klimaanpassung ausrichten und zum Vorbild machen - Regionale Wertschöpfung und kommunale Handlungsspielräume stärken
Klimaschutzinvestitionen möglichst so gestalten, dass Wertschöpfung in der Region bleibt und zusätzliche kommunale Einnahmen erschlossen werden. - Umsetzung, Beteiligung und Transparenz sichern
Klimaneutralität und Klimaanpassung gemeinsam voranbringen: Initiativen, Unternehmen, Einrichtungen, Wissenschaft und Bürgerschaft aktiv einbeziehen.
Kontakt: Orga-Team Bündnis Klimapakt 2030 – klimapakt@zukunft-soest.net
Meldung auch auf https://www.zukunft-soest.net/zukunft-soest.html

Mitwirken in Soest
Unsere Welt ist von Umbrüchen und Veränderungen geprägt – sozial, ökologisch und ökonomisch. Soest stellt sich aktiv diesen Herausforderungen. Die Stadt soll eine klimaneutrale, nachhaltige Smart City werden. Dazu gibt es bereits viele politische Beschlüsse, Maßnahmenkataloge und Projekte. Mit der Kampagne „mitWIRken in Soest“ soll dieser Transformationsprozess in der Stadt selber und über die Stadtgrenzen hinaus herausgestellt und kommuniziert werden.
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