Impuls zum 1. Advent

Bild: Herberge gesucht, Mach-mit-Herberge 2021
Was empfanden die drei Weisen damals, als sie mit ihren Gaben im Gepäck dem Stern folgten: Gold für die Würde des Kindes, Weihrauch für seine göttliche Verbundenheit, Myrrhe als Zeichen für Leid und Heilung. Jede Gabe sprach eine tiefe Wahrheit aus – über das Kind, über Gott, über das Leben.
Das ist lange her.
Wenn die Weisen heute dem Stern folgen würden – welche Gaben hätten sie im Gepäck?
Vielleicht kein Gold, sondern etwas, das unseren wahren Wert zeigt:
Zeit, die wir einander schenken.
Vielleicht keinen Weihrauch, sondern Achtsamkeit für das Heilige im Anderen und in der Schöpfung.
Vielleicht keine Myrrhe, sondern Mut, Wunden zu heilen und Verantwortung zu übernehmen.
Und dann spüre ich:
Die wichtigere Frage ist nicht, was sie bringen würden.
Sondern: Was bringe ich?
Dem Neugeborenen, der Frieden verheißt.
Dem Kind, das Hoffnung atmet.
Dem Gott, der sich verletzlich in unsere Welt legt – in eine Welt, die Schönheit trägt und doch verwundet ist.
Vielleicht schenke ich ihm meine Bereitschaft, das Leise wieder zu hören.
Meine Entscheidung, nicht wegzusehen, wenn die Schöpfung leidet.
Mein Vertrauen, dass kleine Schritte groß werden können.
Meine Hände, die sich einsetzen – für Gerechtigkeit, für Bewahrung, für Leben.
Vielleicht schenke ich ihm das Einzige, was es sich wirklich wünscht:
Dass ich mich rufen lasse – von diesem Licht, das die Dunkelheit nicht versteht und doch erhellt.
Was sind deine Gaben im Gepäck – wenn du dem Stern folgst – in diesem Advent?