„Gesetz der Reichsten“ bedroht globale Gerechtigkeit

Oxfam-Alarmruf zum Weltwirtschaftsforum

Pünktlich zur Eröffnung des World Economic Forum (WEF) in Davos hat die Entwicklungsorganisation Oxfam einen neuen Bericht zur globalen Ungleichheit vorgelegt und diesen als „Gesetz der Reichsten“ scharf kritisiert. Der Bericht zeichnet ein düsteres Bild: Während rund 3.000 Milliardärinnen und Milliardäre im Jahr 2025 ein historisches Rekordvermögen anhäuften, leiden Millionen Menschen weiterhin unter Armut und Ernährungsunsicherheit.

Rekordvermögen und wachsende Ungleichheit

Nach Oxfam-Daten ist das Gesamtvermögen der Superreichen im Jahr 2025 auf 18,3 Billionen US-Dollar gestiegen – ein Zuwachs von etwa 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der dreimal schneller wuchs als der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Dieses Vermögen könnte rechnerisch genutzt werden, um die extreme Armut weltweit mehrfach zu beseitigen, so die Organisation.

Gleichzeitig stagniert die Armutsreduzierung seit Jahren. Oxfam warnt, dass ohne inklusiveres Wachstum bis 2050 immer noch Milliarden Menschen in Armut leben könnten.

Machtkonzentration gefährdet Demokratie

Oxfam betont, dass dieser extreme Reichtum nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch problematisch sei. Superreiche nutzen ihre Ressourcen, um öffentliche Politik zu ihren eigenen Gunsten zu beeinflussen, statt das Gemeinwohl zu fördern. Das schwäche Gesellschaften und den sozialen Zusammenhalt.

Auch die Kontrolle großer Medien durch Milliardäre wird als Gefahr für die Informationsfreiheit gesehen – weil so alternative gesellschaftliche Modelle diskreditiert werden könnten.

Oxfams Forderungen für einen Kurswechsel

Angesichts dieser Herausforderungen fordert Oxfam grundlegende politische Veränderungen:

  • Schuldenerlass sowie Umstrukturierung für ärmere Länder, um ihre Spielräume für Gesundheit, Bildung und soziale Dienste zu stärken.
  • Internationale Standards für Steuergerechtigkeit, einschließlich fairer Besteuerung extremer Vermögen.
  • Mehr Entwicklungszusammenarbeit, konkret 0,7 % des Bruttonationaleinkommens reicher Staaten für globale Entwicklungsziele.
  • Ein internationales Panel zur wissenschaftlichen Kontrolle von Ungleichheitsdaten, das politische Entscheidungen besser bewerten soll.

Oxfam schließt mit der Feststellung, dass ein Ausweg aus der wachsenden Ungleichheit zwar existiere, dies jedoch den politischen Willen voraussetze, Menschenrechte und Demokratie wieder ins Zentrum wirtschaftlicher Entscheidungen zu rücken.

Beitrag auf www.vaticannews.va (Link)