Team Umweltschutz der LKH erweitert sein Profil

Die Evangelische Agentur für Umweltschutz der Landeskirche Hannovers entwickelt ihr Aufgabenprofil konsequent weiter. Neben den etablierten Themenfeldern Energie, nachhaltiges Bauen, technische Gebäudeausrüstung und Biodiversität wird künftig die Klimafolgenanpassung ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit sein. Damit reagiert das Team auf die bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und stärkt kirchliche Standorte gezielt für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte.
Klimafolgenanpassung – Vorsorge für veränderte Bedingungen
Während der Klimaschutz darauf abzielt, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die globale Erwärmung zu begrenzen, richtet sich die Klimafolgenanpassung auf den Umgang mit bereits eintretenden Veränderungen. Häufigere Starkregenereignisse, längere Trockenperioden und zunehmende Hitze stellen Gebäude, Außenanlagen und Infrastrukturen vor neue Anforderungen.
Klimafolgenanpassung bedeutet daher, kirchliche Gebäude und Flächen so zu gestalten und zu bewirtschaften, dass sie widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Belastungen werden. Ziel ist eine langfristige Klimaresilienz, die Nutzungssicherheit, ökologische Qualität und Werterhalt gleichermaßen gewährleistet.
Kirchliche Standorte zukunftsfähig entwickeln
Kirchengemeinden verfügen über vielfältige Liegenschaften – darunter Gemeindehäuser, Kirchengebäude, Friedhöfe, Pfarrgärten, Wälder und weitere Freiflächen. Diese Orte erfüllen nicht nur religiöse und soziale Funktionen, sondern besitzen auch eine hohe ökologische Bedeutung im Siedlungsraum.
Die Anpassung an klimatische Veränderungen umfasst dabei sowohl den Schutz der Bausubstanz als auch die nachhaltige Entwicklung der Außenflächen. Klimabedingte Schäden sollen frühzeitig erkannt und durch präventive Maßnahmen vermieden werden, um langfristig Investitions- und Sanierungskosten zu reduzieren.
Zu den zukünftigen Handlungsfeldern des Teams Umweltschutz gehören insbesondere:
- Vorsorge bei Starkwetterereignissen durch verbessertes Regenwassermanagement
- Umsetzung des Schwammstadtprinzips zur lokalen Speicherung und verzögerten Ableitung von Niederschlägen
- Entsiegelung und wasserdurchlässige, ökologische Flächengestaltung
- Anpassung von Bepflanzungen an Trockenheit und Hitzeperioden
- Erhalt und Entwicklung von Kaltluftschneisen zur Kühlung von Siedlungsräumen
- Förderung der Biotopvernetzung auf kirchlichen Grundstücken
- Stärkung des Artenschutzes durch naturnahe Gestaltung und Pflege
Kirchliche Flächen können damit wichtige ökologische Trittsteine im urbanen und ländlichen Raum bilden und zur Stabilisierung lokaler Ökosysteme beitragen.
Bewährte Kernkompetenzen als Fundament
Die Erweiterung des Themenfeldes baut auf einer soliden Grundlage auf. Das Klimaschutzgesetz der Landeskirche Hannovers hat in den vergangenen Jahren wesentliche Strukturen geschaffen, Prozesse angestoßen und das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln innerhalb kirchlicher Einrichtungen gestärkt.
An diese erfolgreiche Arbeit knüpft die neue Schwerpunktsetzung an. Klimaschutz und Klimafolgenanpassung werden künftig stärker miteinander verzahnt und strategisch weiterentwickelt.
Schöpfungsverantwortung ganzheitlich gedacht
Mit der stärkeren Ausrichtung auf Klimafolgenanpassung verbindet die Evangelische Agentur technische, ökologische und strategische Perspektiven zu einem ganzheitlichen Ansatz. Neben Energieeinsparung und Emissionsminderung rücken nun auch Standortentwicklung, Biodiversitätsförderung und resiliente Freiraumgestaltung in den Mittelpunkt.
Kirchlicher Umweltschutz wird damit weitergedacht: nicht nur als Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels, sondern als aktive Gestaltung einer zukunftsfähigen, klimaresilienten Kirche und verantwortungsvollen Bewahrung der Schöpfung.