Zum Ende des Heiligen Jahres – „Pilger der Hoffnung“

ein Kommentar von FJ Klausdeinken

Hoffnung auf eine besser Welt

Am 6. Januar 2026 wurde das Heilige Jahr 2025 feierlich mit der Schließung der Heiligen Pforte im Petersdom abgeschlossen. Unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“ hatte Papst Franziskus das Jubiläum ausgerufen und damit einen Weg der Erneuerung, der inneren Umkehr und der Hoffnung für die Weltgemeinschaft markiert. Das Heilige Jahr lud nicht nur zu physischen Wallfahrten nach Rom ein, sondern vor allem zu einer spirituellen Reise: zu einem Leben, das die christliche Hoffnung sichtbar macht, im Alltag, im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Nächstenliebe.

Laudato Si‘ – Ein begleitender Gedanke zur Hoffnung

In die Reflexion über das Heilige Jahr hinein wirkt die ökologische Enzyklika Laudato Si’ von Papst Franziskus hinein, die seit 2015 die katholische Kirche und darüber hinaus geprägt hat. Darin ruft Franziskus dazu auf, die Erde als „gemeinsames Haus“ zu betrachten und zu bewahren – nicht als abstrakte Idee, sondern als konkrete Verantwortung jedes Einzelnen. Er betont, dass alles miteinander verbunden ist: die Bewahrung der Schöpfung, die Sorge um die Armen und die Suche nach Gerechtigkeit sind untrennbar miteinander verbunden.

Gerade als „Pilger der Hoffnung“ ist diese Sichtweise wichtig: Hoffnung wächst, wenn wir unser Leben nicht isoliert denken, sondern in Beziehung zu den Mitmenschen und zur Schöpfung setzen, und uns bemühen, eine gerechtere, nachhaltigere Welt zu gestalten – im Kleinen wie im Großen.

Friedensgedanken des Papstes

Ein zentraler Impuls des verstorbenen Papstes Franziskus war sein unermüdlicher Ruf nach Frieden in einer Welt, die von Konflikten und Gewalt geprägt ist. Sein Pontifikat war durch zahlreiche Appelle begleitet, in denen er Staats- und Regierungschefs sowie alle Menschen guten Willens dazu ermutigte, den Weg des Dialogs, der Versöhnung und der Gewaltfreiheit zu gehen. Immer wieder machte er deutlich, dass echter Frieden mehr bedeutet als die Abwesenheit von Krieg: Er wächst dort, wo Gerechtigkeit, Solidarität und gegenseitige Achtung Wirklichkeit werden.

Kritische Reflexion: Pilgerreisen und Nachhaltigkeit

Am Ende dieses Heiligen Jahres steht auch eine offene Frage: Wie verträgt sich die Idee der Pilger der Hoffnung mit der ökologischen Verantwortung, die in Laudato Si’ betont wird? Kritische Beobachterinnen und Beobachter weisen darauf hin, dass viele Pilgerreisen, gerade wenn sie per Flugzeug aus weiter entfernten Ländern oder sogar aus nahegelegenen Staaten organisiert werden, hohe klimaschädliche Emissionen verursachen. Eine Analyse zeigte, dass etwa die Hälfte aller Diözesanreiseangebote während des Jubiläums wegen zahlreicher Flugreisen als sehr klimaschädlich eingestuft wurde – zum Teil verursachte allein ein einzelner Flug pro Person mehr CO₂, als im Jahresbudget eines Menschen als klimaverträglich gilt.

Diese Kritik steht in engem Zusammenhang mit den Botschaften von Laudato Si’, die zu einem nachhaltigen Lebensstil und zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks aufrufen. Sie lädt dazu ein, die äußere Pilgerreise auch als innere Reise zu verstehen – und darüber nachzudenken, wie wir Wege des Glaubens so gestalten können, dass sie der Schöpfung nicht schaden, sondern sie bewahren.

Ausblick

Das Heilige Jahr „Pilger der Hoffnung“ endet nicht mit dem Schließen einer Tür in Rom – es öffnet Türen im Leben der Menschen weltweit. Es ruft uns auf, Hoffnung aktiv zu leben: in Solidarität mit den Armen, im Engagement für Frieden und Gerechtigkeit und in der Sorge um unsere gemeinsame Welt. Vor dem Hintergrund von Laudato Si’ zeigt sich: Die Pilgerschaft des Glaubens und die Verantwortung für die Schöpfung gehören zusammen. Hoffnung wächst dort, wo wir die Verbindungen sehen – zwischen Mensch und Mensch, zwischen Glauben und Alltag, zwischen Spiritualität und Verantwortung für unseren Planeten.

Franz-Josef Klausdeinken, CC4F Soest

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