So. 26. April 2026, 11 Uhr – Aufruf zur Mahnwache vor der Petrikirche

Foto: Klaus Bunte

Ausstieg aus der Atomenergie vor 26 Jahren
https://cc4f-soest.org/beschluss-zum-atomausstieg-und-energiewende/
Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) begrüßen den Ausstieg aus der Atomenergie
Am 26. April 1986 geschah das Unglaubliche und für die Atomenergiebefürworter das Unerwartete: der Atomreaktor in Tschernobyl (Ukraine) explodierte infolge einer Kernschmelze, und mit dem Ausstoß des radioaktiven Mülls verteilte die Wolke die Nukleide über Nord- und Westeuropa. Auch Deutschland war von der radioaktiven Wolke betroffen. Bis zum heutigen Tag sind Wildtiere und Pilze mit radioaktivem Material belastet.
Am 11. März 2011 geschah in Fukushima (Japan) nach einem Tsunami das Gleiche. Die angebliche sicherste Technologie zeigte ihre Nichtbeherrschbarkeit und Gefährlichkeit.
Obwohl die Bundesregierungen nacheinander erst den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen (unter rot/grün Gerhard Schröder) und dann wieder hoffähig (unter schwarz/gelb Angela Merkel) gemacht hatten, erklärte die Bundesregierung unter Angela Merkel nach der Katastrophe von Fukushima den endgültigen Ausstieg, und das letzte Atomkraftwerke ging 2023 vom Netz.
Damit sind die Probleme aber noch längst nicht beseitigt. Selbst der THTR in Hamm Uentrop, schon lange abgeschaltet, kostet die Steuerzahler Unmengen an Geld für den sachgemäßen Rückbau und die Entsorgung des Restmülls.
Die Frage nach der Endlagerung des Atommülls ist bis heute nicht geklärt. Dabei handelt es sich um strahlenden Müll mit zum Teil Halbwertszeiten von einigen tausend Jahren.
Beim brutalen Angriffskrieg der Russen in der Ukraine ist der Sarkophag von Tschernobyl durch Drohnenangriffe schwer beschädigt worden. Saporischja, das größte Atomkraftwerk (Ukraine) der Welt, steht unter russischer Kontrolle. Die Gefahren durch Abhängigkeit und Erpressbarkeit sind nicht abgewendet.
Trotzdem setzt man heute wieder auf die Atomenergie. Neben der AFD favorisieren insbesondere die CDU/CSU sowie die FDP diese nachweislich teure Energieform, obwohl bekannt ist, dass die erneuerbaren Energien unschlagbar preiswert sind. Auch die EU hat mit ihrer Aufnahme der Kernenergie als „grüne“ Investition (Taxonomie) bereits im Jahr 2022 die Atomenergie wieder hoffähig gemacht. Dies bedeutet, dass Investitionen in neue Atomkraftwerke offiziell als nachhaltig eingestuft werden können, was die Finanzierung erleichtert. Dieser Beschluss wurde 2025 auch von der europäischen Justiz als rechtens bestätigt. So kann mit EU-Geldern die Atomenergie der EDF in Frankreich subventioniert werden.
Kleine SMR-Reaktorblöcke sollen in Wohngebieten gebaut werden. Die Entwicklung dieser problematischen Technologie wird auch in Deutschland mit Steuergeldern unterstützt.
Selbst wenn diese Reaktoren in ca. 10-15 Jahren serienreif sein sollten, werden wir viel Geld investiert haben, das bei der Förderung der Erneuerbaren fehlt.
Der Verein Umschalten in der Energieversorgung hat sich – zunächst als Bürgerinitiative – 1986 nach Tschernobyl gegründet. Wir sagen Nein zur riskanten Atomenergie aber auch Nein zur schmutzigen fossilen Energie aus Kohle, Öl und Gas. Wir treten ein für eine Energiewende mit sauberen Technologien der erneuerbaren Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Bio-Gas.
Mit der Mahnwache am 26. April um 11.00h vor der Petrikirche( Marktstraße vor dem Schreibwarengeschäft) und um 12.00h vor dem Patrokli-Dom (vor dem Bürgerbüro ) erinnern wir an die Gefahren der Atomenergie und gedenken der Katastrophe von Tschernobyl.
Wir laden alle ein, die unsere Ziele unterstützen, sich bei unserer stummen Mahnung zu beteiligen.
Pressemeldung des Vereins Umschalten in der Energieversorgung Soest e.V. (Link)



Das Lehramt der Päpste und die Atomwaffe
Das Lehramt der Päpste hat die kirchliche Position zu Atomwaffen im Laufe der Jahrzehnte deutlich verschärft und klärt heute: Nukleare Arsenale können nicht länger als angemessenes Mittel der Sicherheit verstanden werden. Ausgehend vom Kalten Krieg, als Päpste wie Paul VI. und Johannes Paul II. die Atomwaffe nur bedingt und als Übergangslösung ansahen, ist die katholische Friedenslehre heute eindeutig: Der Einsatz von Atomwaffen ist nicht vertretbar, und neuerdings wird auch deren Besitz als moralisch problematisch und letztlich unrechtfertigbar verurteilt.
Historische Entwicklung
Bereits im Jahr 1963 forderte Paul VI. in seiner Enzyklika Pacem in terris eine allgemeine und vollständige Abrüstung und sprach von einer „Kriegspsychose“, die nur durch gegenseitiges Vertrauen und rechtliche Strukturen überwunden werden könne. Johannes Paul II. bekräftigte Mitte der 1980er Jahre zwar die temporäre Akzeptanz der nuklearen Abschreckung als weniger schlimmes Übel, betonte aber zugleich, dass ein Krieg mit Atomwaffen keinen gerechten Krieg darstellen könne und die Abschaffung aller Atomwaffen ein ethisches Ziel bleiben müsse.
Wandel zum klaren „Nein“
Mit Benedikt XVI. und dann vor allem mit Franziskus rückt die Kirche von der Duldung nuklearer Abschreckung hin zu einem klaren, prinzipiellen Nein. In Hiroshima und Nagasaki sprach Franziskus 2019 nicht nur den Einsatz von Atomwaffen als unmoralisch an, sondern betonte, dass bereits der Besitz solcher Waffen angesichts der Gefahr eines versehentlichen oder willkürlichen Einsatzes mit einem falschen Bild von Sicherheit und menschlicher Würde unvereinbar sei. In seiner Enzyklika Fratelli tutti nennt er die vollständige Abschaffung von Atomwaffen eine „moralische und humanitäre Pflicht“ und ruft zu einer Welt ohne nukleare Abschreckung auf.
Bedeutung für Christen und Politik
Damit fordert das päpstliche Lehramt Christinnen und Christen auf, sich nicht mit der Logik der Angst und der Macht abzufinden, sondern Soldaten, Politiker und Diplomaten zur Verantwortung zu rufen. Die Auseinandersetzung mit Atomwaffen ist für die Kirche kein technisches Nebenthema, sondern eine Kernfrage der Glaubwürdigkeit ihres Friedenszeugnisses: Wer das Leben als unantastbar erkennt, kann nicht stillschweigend nuklearen Arsenalen zuschauen – weder ihrem Einsatz noch ihrem Besitz
weitere Details lesen auf www.vaticannews.va (Link)
Papst Leo: Aus Tschernobyl-Katastrophe lernen
„Der Unfall bleibt eine Mahnung hinsichtlich der Risiken, die mit dem Einsatz immer leistungsfähigerer Technologien verbunden sind. Vertrauen wir die Opfer und all jene, die noch immer unter den Folgen leiden, der Barmherzigkeit Gottes an. Ich wünsche, dass auf allen Entscheidungsebenen stets Urteilsvermögen und Verantwortungsbewusstsein zum Tragen kommen, damit jegliche Nutzung der Atomenergie im Dienste des Lebens und des Friedens steht.“
weitere Details lesen auf www.vaticannews.va (Link)

Quelle: Sinus Institut / YouGov
Wie bewerten Deutsche den gewünschten Strommix?
Die Erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind, Wasser werden klar bevorzugt. 62% möchten, dass Solarenergie genutzt wird, 60% Windkraft und 50% Wasserkraft. Auch Wählerinnen und Wähler von CDU/CSU bevorzugen erneuerbare Energiequellen.
Unerwünscht sind fossile Energieträger wie Erdgas, Kohle oder Öl.