Warum wir dringend mehr Frieden brauchen

Gedanken zu Ostern

Leben und Mitwelt in vielfacher Weise bedroht

Ostern ist das Fest des Lebens. Christen feiern die Auferstehung Jesu – das Zeichen dafür, dass das Leben stärker ist als der Tod. Doch ein Blick in unsere Welt zeigt: Leben und Umwelt sind heute in vielfacher Weise bedroht. Kriege, Aufrüstung und Klimakrise greifen ineinander und gefährden die Schöpfung Gottes. Gerade aus religiöser Sicht wird deutlich, wie dringend wir Frieden brauchen.

Wir sollen das Leben schützen

Die biblische Botschaft ist eindeutig: Gott ist ein Gott des Lebens. In der Schöpfungsgeschichte wird die Welt als „sehr gut“ beschrieben. Der Mensch erhält den Auftrag, die Erde zu „bebauen und zu bewahren“. Dieser Auftrag ist kein Freibrief zur Ausbeutung, sondern eine Verantwortungsethik: Wir sollen das Leben schützen – menschliches Leben ebenso wie die Umwelt.

Doch genau hier zeigt sich ein dramatischer Widerspruch. Weltweit steigen die Rüstungsausgaben, Konflikte nehmen zu – und gleichzeitig verschärft sich die Klimakrise. Studien zeigen, dass Militarisierung nicht nur Menschenleben kostet, sondern auch massiv zur Umweltzerstörung beiträgt. So verursacht das Militär bereits heute erhebliche Mengen an Treibhausgasen; Schätzungen zufolge könnten militärische Emissionen bis 2030 rund ein Viertel der weltweit noch „erlaubten“ Emissionen ausmachen. Das bedeutet: Selbst wenn wir in anderen Bereichen sparen, kann Aufrüstung die Klimaziele zunichtemachen.

Klimawandel führt zu Konflikten

Hier entsteht ein gefährlicher Kreislauf: Klimawandel führt zu Konflikten – etwa durch Wasserknappheit oder zerstörte Lebensgrundlagen – und diese Konflikte wiederum zerstören Umwelt und Klima. Frieden und Klimaschutz sind daher untrennbar miteinander verbunden. Ohne Frieden gibt es keine nachhaltige Zukunft.

Selig sind, die Frieden stiften

Aus christlicher Perspektive ist das nicht nur eine politische, sondern eine geistliche Frage. Jesus predigt die Gewaltlosigkeit und sagt: „Selig sind, die Frieden stiften.“ Frieden ist kein Zustand der Schwäche, sondern Ausdruck von Gerechtigkeit, Vertrauen und Versöhnung. Wer aufrüstet, setzt auf Angst. Wer Frieden sucht, setzt auf Hoffnung.

Frieden göttlicher Auftrag an die Menschheit

Auch andere Religionen teilen diese Sicht. Im Islam gehört „Salam“ – Frieden – zu den zentralen Begriffen des Glaubens. Gott selbst wird als „Quelle des Friedens“ bezeichnet. Damit wird deutlich: Frieden ist kein optionales Ideal, sondern ein göttlicher Auftrag an die Menschheit.

Ostern erinnert uns daran, dass neues Leben möglich ist – selbst dort, wo Tod und Zerstörung herrschen. Diese Hoffnung verpflichtet uns. Sie fordert, dass wir unsere Prioritäten neu ordnen: weniger Investitionen in Waffen, mehr Engagement für Klimaschutz, Gerechtigkeit und Versöhnung.

Wenn wir die Schöpfung bewahren wollen, müssen wir den Frieden suchen. Nicht irgendwann, sondern jetzt.

Der Friede sei mit euch.
As-salāmu ʿalaikum.

Jesus, König des Friedens

In seiner Predigt erinnerte Papst Leo am Palmsonntag: daran, dass uns Jesus durch seinen Weg ans Kreuz zeige, dass echter Friede nur durch das Ablehnen von Gewalt erreicht werden kann.

„Blicken wir auf Jesus, der sich als König des Friedens zeigt, während um ihn herum der Krieg vorbereitet wird,“ „Auf ihn, der in seiner Sanftmut ruht, während sich die anderen in Gewalt ereifern; auf ihn, der sein Leben liebevoll für die Menschheit hingibt, während andere zu Schwertern und Stöcken greifen; auf ihn, der das Licht der Welt ist, während die Finsternis sich über der Erde ausbreitet; auf ihn, der gekommen ist, Leben zu bringen, während er nach Plan zum Tode verurteilt wird.“; Papst Leo

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Wie Kriege immer wieder Umweltkatastrophen auslösen

Der israelische Angriff auf die iranischen Ölreserven ist ein ökologisches Desaster. Kriege gehen oft einher mit Umweltkatastrophen. Und die Folgen sind jahrzehntelang spürbar. Um nur einige zu nennen:

  • Die brennende Ölquellen am Ende des Zweiten Golfkriegs 1991haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt.
  • Die Sprengung des Kachowka-Staudamms in der Ukraine erzeugte eine gigantische Flutwelle.
  • Die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines setzte Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente frei.
  • Das Entlaubungsmittel Agent Orange zerstörte die riesigen Wälder im Vietnamkrieg
  • Die Verklappung von Chemiewaffen in der Ostseen ach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist eine tickende Zeitbombe
  • Die systematische Vernichtung von Acker- und Weideland in den Bürgerkriegen im Sudan oder Nigerias 

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Ostermärsche: Proteste und Gottesdienste für den Frieden

Seit fast 70 Jahren gehen Menschen in Deutschland an Ostern auf die Straße, um für den Frieden zu demonstrieren. Auch 2026 setzen die Ostermärsche diese Tradition fort – mit rund 100 Aktionen im ganzen Land.

Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr vor allem die aktuellen Kriege, insbesondere in der Ukraine und im Nahen Osten. Viele Teilnehmende fordern von der Politik verstärkte diplomatische Bemühungen, um Gewalt zu beenden und nachhaltige Friedenslösungen zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um das Ende konkreter Konflikte, sondern auch um die Stärkung des Völkerrechts und den Schutz der Zivilbevölkerung.

Zugleich richtet sich Kritik gegen die zunehmende militärische Aufrüstung. Friedensgruppen warnen davor, dass immer mehr Geld in Waffen investiert wird, während zivile Konfliktlösungen zu kurz kommen. Auch die Diskussion um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht wird von vielen Ostermarschierenden abgelehnt.

Viele Aktionen beginnen mit Gottesdiensten oder Friedensgebeten

Die Ostermärsche sind dabei mehr als politische Demonstrationen. Viele Aktionen beginnen mit Gottesdiensten oder Friedensgebeten, an denen sich auch Kirchen beteiligen. Damit wird deutlich: Der Einsatz für Frieden ist nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine religiöse Aufgabe. Ostern als Fest der Auferstehung steht für Hoffnung und neues Leben – und genau diese Hoffnung tragen die Demonstrierenden in die Öffentlichkeit.

In einer Welt voller Konflikte erinnern die Ostermärsche daran, dass Frieden möglich ist – wenn Menschen sich gemeinsam dafür einsetzen.

Weitere Informationen lesen auf www.evangelisch.de (Link), pax christi beteiligt sich an Ostermärschen (Link), Kreuz zeigen, Ostern feiern, katholisch-politisch in die neue Zeit (bistummainz.de)