Die WIRzeit des Erzbistum Paderborn berichtet über ein diakonisches Projekt aus Soest
»Ohne das Diakonische ist es nicht die Kirche Jesu Christi!«
Der Bericht porträtiert Georg Karbowski vom Caritas-Kreisverband Soest als jemanden, der Glauben und soziale Arbeit konsequent zusammen denkt. Im Mittelpunkt steht sein Einsatz gegen Armut: über Hilfsfonds, Tafeln, Einzelhilfen und Projekte wie „DaSein“ für obdachlose Menschen schafft er konkrete Unterstützung und zugleich Orte der Begegnung. Der Text zeigt, dass Armut nicht nur zunimmt, sondern auch soziale Isolation verstärkt; besonders wichtig sind deshalb nicht nur Lebensmittel oder Geld, sondern menschliche Nähe, Gespräch und verlässliche Präsenz.
Karbowski verbindet dabei kirchliches Profil mit sozialem Engagement: Ohne das Diakonische sei die Kirche Jesu Christi nicht vollständig, sagt er sinngemäß, und genau darin sieht er eine Stärke der Kirche. Zugleich mahnt er Politik und Gesellschaft, Armut nicht stillschweigend zu akzeptieren oder zu „institutionalisieren“, sondern strukturell gegenzusteuern.
Der Zusammenhang mit Laudato Si liegt in der gemeinsamen Grundhaltung: Papst Franziskus verbindet die Sorge um die Armen mit der Sorge um das gemeinsame Haus. Die Enzyklika kritisiert eine Wirtschaftslogik, die Menschen ausschließt, und fordert eine „integrale Ökologie“, in der soziale Gerechtigkeit, Solidarität und die Würde jedes Menschen zusammengehören. Karbowskis Praxis ist dafür ein konkretes Beispiel: Hilfe für Arme ist hier nicht bloß Wohltätigkeit, sondern Ausdruck christlicher Verantwortung und Teil einer ganzheitlichen Antwort auf soziale und ökologische Krisen.
„DaSein“ für Obdachlos
„DaSein“ für Obdachlose: Das ist auch die Zielrichtung des Projektes „DaSein“ in Soest. Menschen, die auf der Straße oder in Notunterkünften leben, werden zum gemeinsamen Frühstück eingeladen. Die Idee, sich um die wachsende Zahl von Obdachlosen zu kümmern, sei im St. Patrokli-Pfarrgemeinderat in Soest entstanden. Nun findet es jeden letzten Samstag im Monat im Patroklussaal statt und ist zu einer festen Einrichtung geworden. „Wir wollen die Menschen nicht im Stich lassen.“ Deshalb der Name „DaSein“. Es gehe nicht nur um Essensausgabe. „Wir wollen da sein für Gespräche. Es ist wichtig, dass sie mit am Tisch sitzen und dass wir uns unterhalten über alltägliche Geschichten, über Kirmes und Fußball. Aber wir sagen ihnen auch, wo es Hilfsangebote gibt.“ Inzwischen seien neben den vielen Ehrenamtlichen, egal welcher Konfession, auch die Malteser unterstützend dabei. „Wir haben ein schönes Netzwerk, es beteiligen sich viele daran.“
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