Sendung: Kirche im NDR | Gott und die Welt – der Podcast | 22.08.2026 | 08:15 Uhr

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Schöpfungszeit: Was steckt hinter der Kirchenaktion? Ein Gespräch mit Franz-Josef Klausdeinken von Christian for Future.
Die Schöpfungszeit vom 1. September bis zum Erntedankfest stellt fünf Wochen lang die Schöpfung in den Mittelpunkt des kirchlichen Lebens und der Gesellschaft. Für Franz-Josef Klausdeinken von Christians for Future ist Schöpfungsverantwortung ein zentraler Bestandteil des Christseins: Der biblische Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, verpflichtet dazu, Verantwortung für die Mitwelt zu übernehmen.
Die Schöpfungszeit lädt dazu ein, die Natur bewusster wahrzunehmen, zu staunen, das Leben mit allen Sinnen zu erleben und selbst wirksam zu werden. Gerade weil viele Menschen den Bezug zur Natur verloren haben, braucht es solche Impulse. Der tägliche Wandkalender des Netzwerks Eine Erde soll dabei Orientierung geben und in unsicheren Zeiten Halt vermitteln.
Das diesjährige Thema „Großzügigkeit“ verbindet sich mit der Fülle der Natur im Spätsommer und Herbst. Diese Fülle soll nicht als selbstverständlich betrachtet, sondern dankbar empfangen und mit anderen geteilt werden. Großzügigkeit bedeutet dabei auch, Ressourcen zu teilen, Maß zu halten und loszulassen. Klausdeinkens Wunsch: mehr Aufmerksamkeit, Reichweite und Beteiligung – vor allem aber den Mut, vom Reden und Planen ins konkrete Handeln zu kommen.
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Transcript
Pastorin Ann-Kathrin Brenke: Vom 1. September bis zum Erntedankfest ist Schöpfungszeit. Dazu rufen Kirchen jährlich weltweit auf. Was es mit dieser Aktion auf sich hat, darüber spreche ich mit Franz-Josef Klausdeinken von der Initiative Christians for Future.
Franz-Josef Klausdeinken: Wir stellen die Schöpfung für 5 Wochen in das Zentrum des kirchlichen Lebens, aber auch in die Gesellschaft.
Brenke: Sie sind seit vielen Jahren in kirchlichen Netzwerken aktiv, die sich für Umweltschutz und für Klimagerechtigkeit einsetzen. Sie engagieren sich auf Bundesebene bei Christians for Future und auch beim ökumenischen Netzwerk Eine Erde. Was bedeutet Ihnen dieses Engagement?
Klausdeinken: Also dieses Engagement heißt für mich ganz Christsein. Gerade in der Schöpfungsgeschichte heißt es ja auch, dass Gott dem Menschen einen Auftrag erteilt, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Das ist für mich sehr zentral.
Brenke: Sie sind Botschafter für das Projekt Schöpfungszeit. Worum geht es dabei? Was ist das für ein Projekt?
Klausdeinken: Also die Schöpfungszeit ist eine Einladung, die Schöpfung noch mal besonders wahrzunehmen, ihr einen Platz zu geben im Jahreslauf. Das heißt, 5 Wochen lang das Leben zu spüren, zu staunen, wirksam zu werden. Und eben auch die Schöpfung mit allen Sinnen zu erleben.
Brenke: Warum braucht es das Ihrer Meinung nach, so eine Schöpfungszeit?
Klausdeinken: Ich glaube, dass die heutige Gesellschaft den Bezug zur Natur etwas verloren hat und deswegen ist es besonders wichtig, die Schöpfung und die Mitwelt hier nochmal einem besonderen Akzent zu verleihen.
Brenke: Das Netzwerk Eine Erde hat dafür einen Wandkalender gestaltet mit Texten, mit Bildern. Einen Kalender, wie man ihn sonst aus der Advents- und Weihnachtszeit kennt. Was erhoffen Sie sich dadurch?
Klausdeinken: Also dadurch, dass der Kalender jeden Tag einen Impuls hat, kann man natürlich daraus viele Ideen auch ziehen, wie man sein Leben auch umgestalten kann. Und gerade in unsicheren Zeiten bedeutet das natürlich auch, Halt zu geben.
Brenke: Das Thema in diesem Jahr ist Großzügigkeit. Was hat das mit Schöpfungsverantwortung zu tun? Wie hängt das für Sie zusammen?
Klausdeinken: Also die Schöpfungszeit und die Großzügigkeit gehören eng zusammen. Und ich mache es jetzt mal an einem Bild klar: Gerade im Spätsommer und im Herbst zeigt die Natur uns natürlich, was Fülle bedeutet. Die Gärten und die Felder tragen Früchte, die Bäume schenken uns Ernte. Und diese Natur, dieses Geschenk der Natur bedeutet ja auch Großzügigkeit. Und daran knüpft die Schöpfungszeit an. Das heißt, sie lädt uns ein, die Fülle nicht selbstverständlich einfach zu nehmen, sondern dankbar zu empfangen und auch mit anderen zu teilen. Und das ist eigentlich so der Gedanke der Großzügigkeit, also nicht aus dem Überfluss heraus abzugeben, sondern es geht darum, Ressourcen zu teilen, Maß zu halten und eben auch manches loszulassen.
Brenke: Was ist Ihr Wunsch für die Schöpfungszeit in diesem Jahr?
Klausdeinken: Also noch mehr Reichweite, noch mehr Aufmerksamkeit, noch mehr Teilhabe von Menschen guten Willens. Wir können lange diskutieren und viele Konzepte entwickeln, aber letztendlich kommt es darauf an, ins Handeln zu kommen. Und das ist, glaube ich, die allerwichtigste Botschaft.
Das war ein Beitrag der Evangelischen Kirche.