—  Umwelt – Verteilung – Gerechtigkeit —

„Umweltfragen sind immer Verteilungsfragen und
Verteilungsfragen sind immer Gerechtigkeitsfragen.“
Maja Göpel in „Unsere Welt neu denken.“ (2020), S.161

Nachhaltiges Konsumverhalten umfasst die Beschaffung, Nutzung und Entsorgung von Gütern und Dienstleistungen zur Befriedigung von Bedürfnissen in verschiedenen Bereichen des Lebens auf eine Art und Weise, die die ökologischen und sozio-ökonomischen Grundlagen aller Menschen, jetzt und in der Zukunft, nicht zerstört, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. (Geiger, 2017)

—  Was tust du für den Klimaschutz? —

Big Points im Klimaschutz. Postkarte der Initiative Psychologie im Umweltschutz (2018):
„Die Größe der Felder entspricht dem Sparpotenzial an klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen pro Jahr. […] Das Potenzial der orangenen Felder lässt sich nicht genau berechnen, ist aber unter Umständen deutlich größer als das der anderen Verhaltensweisen.“
Abrufbar unter: https://ipu-ev.de/postkarte/


—  Die „sieben F“ —

Die Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel spricht von den sieben F, mit denen jeder von uns Einfluss auf die Nachhaltigkeit nehmen kann: Fummel, Fliegen, Fleisch, Fläche, Finanzen, Funken und Flagge zeigen.

Die ersten 3 F beziehen sich auf Entscheidungen des täglichen Lebens. Fummel bezieht sich auf den Konsum und bedeutet, die Häufigkeit von Neuanschaffung zu reduzieren und auf nachhaltige, langlebige Produkte zu achten. Auch Second-Hand oder der Tausch sollte in Betracht gezogen werden. Fliegen und Fleisch stehen für die Bereich Mobilität und Ernährung und sollten deutlich reduziert werden.

Das Schlagwort Fläche steht für eine Anpassung von Wohnraumfläche auf ein notwendiges Maß; das bedeutet, bei geänderten Lebenssituationen auch mal über Verkleinerung oder Untermietung nachzudenken, oder bei Neubauten eine gemeinschaftliche Nutzung von Räumlichkeiten einzuplanen. Das Wort Finanzen steht für eine nachhaltige Ausrichtung der Finanzen (Investments).

Die Worte Funken und Flagge zeigen bedeutet, dass man mit anderen in den Austausch über notwendige Veränderungen kommt, Netzwerke knüpft, Ideen einbringt und natürlich für das Anliegen, die „Schöpfung zu bewahren“ auch einsteht und Politik und Gesellschaft auffordert, sich für einen nachhaltiger Lebenswandel einzusetzen.

Maja Göpel ist Transformationsforscherin bei der Stiftung World Future Council (url-Link)


— Nachhaltigkeit —

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll. In der Diskussion über nachhaltige Entwicklung ist häufig von drei Strategien die Rede:

  • Suffizienz: Verringerung von Produktion und Konsum
  • Effizienz: ergiebigere Nutzung von Material und Energie
  • Konsistenz: naturverträgliche Stoffkreisläufe, Wiederverwertung, Müllvermeidung


— Nachhaltiges Konsumverhalten —

Nationales Programm für nachhaltigen Konsum
Gesellschaftlicher Wandel durch einen nachhaltigen Lebensstil;
BMU, 2016 (pdf, 72 Seiten, 3,9 MB, url-Link)

Nachhaltiger Konsum heißt heute so zu konsumieren, dass die Bedürfnisbefriedigung heutiger und zukünftiger Generationen unter Beachtung der Belastbarkeitsgrenzen der Erde nicht gefährdet wird.

Die Bundesregierung beschreibt im Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum die relevanten Handlungsfelder und benennt jeweils konkrete – teilweise weiter zu prüfende – Maßnahmen. Das Programm stellt dabei nicht das Ende eines Prozesses dar, sondern einen Weg, wie der notwendige Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit in Deutschland weiter vorangetrieben werden soll.

  1. Verbraucherinnen und Verbrauchern einen nachhaltigen Konsum ermöglichen
  2. Nachhaltigen Konsum von der Nische zum Mainstream befördern
  3. Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen an nachhaltigem Konsum gewährleisten
  4. Lebenszyklus-Perspektive auf Produkte und Dienstleistungen anwenden
  5. Vom Produktfokus zur Systemsicht und vom Verbraucher zum Nutzer

Vermittlung von Wissen über ökologische, ökonomische und soziale Wirkungen des Verbraucherverhaltens sowie Kompetenzentwicklung als zentrale Grundlage für einen nachhaltigen Konsum.

Würfelmodel Nachhaltigen Konsumverhaltens

Es gibt unterschiedliche Bedarfe, die Verbrauch (Konsum) erzeugen: Ernährung, Wohnen, Mobilität, Kleidung oder auch Arbeit, Freizeit, Sport, Kunst, u.v.m.

In der Konsumphase braucht es Ressourcen für die Erzeugung/Beschaffung, die Nutzung und die Entsorgung.

Grundsätzlich sind ökologische und sozio-ökonomische Nachhaltigkeitsdimensionen /-grenzen betroffen.

Bei den unterschiedlichen Verhaltensweisen gibt es unterschiedliche Auswirkungen auf die Umwelt (ökologische Dimension) als auch auf andere Menschen (soziale Dimension).

Erklärvideos – Tutorials – Anregungen

5 Minuten für die Schöpfung – Videos

Tipps, Informationen und Anregungen zu Klimagerechtigkeit, nachhaltigem Handeln und zur Bewahrung der Schöpfung aus dem Büro des Umweltbeauftragten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (Youtube-Kanal, url-Link)

Evangelische Landeskirche in Württemberg

Erklärvideos und Tutorials der Evangelische Landeskirche in Württemberg:
Zum Bereich Energiemanagement haben wir für Sie eine Reihe von Erklärfilmen auf YouTube zusammengestellt (url-Link): 

7 Anregungen für einen nachhaltigen Lebensstil der Evangelische Landeskirche in Württemberg. Mit sieben thematischen Impulsen wollen wir Sie zum schöpfungsbewussten Handeln anregen. Probieren Sie’s doch einfach mal aus! (url-Link)

Wir müssen unseren CO2-Ausstoß um mindestens 80% reduzieren.

Es geht! besser – weniger – anders

Im Bereich der individuellen Mobilität bedeutet das: Wir fahren ein 2-Liter-Auto oder nutzen kaum den (eigenen) PKW (2.000 km statt 10.000 km) oder tanken kein Benzin/Diesel mehr. Zu bedenken ist auch der Energieaufwand für die Herstellung und Entsorgung.
Mit Blick auf den gesellschaftlichen Wandel (Transformation) bedeutet das: an erster Stelle nutzen wir den Öffentliche Personen Verkehr (ÖPV) und im Bedarfsfall das gemeinschaftliche genutzte „Stadtteil-E-Auto“ und bilden Fahrgemeinschaften. Flugreisen sind die absolute Ausnahmen.


Das gute Leben

Ein gutes Leben bedeutet Wohlbefinden

  • Hedonistisches Wohlbefinden:
    Genuss, Glücklichsein, Zufriedenheit
    also ein subjektives Wohlbefinden
  • Eudaimonisches Wohlbefinden:
    Leben in Übereinstimmung mit dem wahren selbst (Kongruenz)
    Selbstakzeptanz, Lebenssinn, Kontrolle
    Autonomie, Kompetenz, soziale Eingebundenheit
  • Flow:
    Erfahrung des Eins-Sein mit seiner Tätigkeit
    alle Fähigkeiten gefragt aber nicht überfordert
    Komplette Aufmerksamkeit auf die Tätigkeit
    intrinsisch, aus dem Inneren motiviert

Flow-Erleben bei wenig Emission durch: romantische Beziehungen, soziale, spirituelle und religiöse, sportliche oder kreative Aktivitäten

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