Arche Noah for Future fordert Kirchenleitungen zu einer grundlegenden Transformation auf

Die ökologische Krise stellt auch die Kirchen vor grundlegende Fragen: Wie ernst nehmen wir unsere Schöpfungsverantwortung? Welche Konsequenzen ziehen wir aus der Klimakrise für unser eigenes Handeln und unsere gesellschaftliche Verantwortung?
Die ökumenische Initiative Arche Noah for Future (AN4F) fordert die Kirchenleitungen auf, Gemeinden und Pfarreien zu Lern- und Übungsorten für zukunftsfähige Lebens- und Versorgungsformen zu entwickeln. Ihr Anliegen: Kirche soll nicht nur über Umkehr sprechen, sondern selbst neue Wege wagen und gesellschaftliche Veränderung ermöglichen.
Mit ihrem Ruf nach einer prophetischen Kirche, nach institutioneller Umkehr und einer Abkehr von nicht zukunftsfähigen Lebensmodellen setzt AN4F wichtige Impulse. Diese Anliegen berühren zentrale Forderungen der Christians for Future: Klimagerechtigkeit, Schöpfungsverantwortung, die Transformation kirchlichen Handelns und eine klare Stimme der Kirchen in der gesellschaftlichen Debatte.
Auch wir sehen die Aufgabe, Kirche mitten im Leben zu gestalten – vernetzt, nah und wirksam. Die ökologische Krise verlangt nicht nur technische Verbesserungen, sondern gemeinschaftliches Handeln, soziale Gerechtigkeit und die Suche nach einem guten Leben für alle.
Die Pressemitteilung von Arche Noah for Future ist ein Anlass, diese Fragen weiterzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Schöpfung brennt – und die Kirchen schweigen (pdf)
Arche-Handbuch für Kirchengemeinden
Anders leben lernen, damit alle leben können
Das Arche-Handbuch von Arche Noah for Future (AN4F) ist ein praktischer Leitfaden für Kirchengemeinden, die angesichts der ökologischen Krise zu Orten gesellschaftlicher Transformation werden wollen.
Die Idee: Gemeinden entwickeln sich zu Lernorten, Reallaboren, Rettungsbooten und Hoffnungsräumen, in denen solidarische, ressourcenschonende und zukunftsfähige Lebens- und Versorgungsformen konkret erprobt und gemeinsam eingeübt werden.
Das Handbuch beschreibt einen schrittweisen Entwicklungsprozess – von der Bewusstseinsbildung über die Bildung eines engagierten Kernteams und die Erkundung vorhandener Ressourcen bis zur Umsetzung, Reflexion und Weiterentwicklung konkreter Projekte.
Im Mittelpunkt stehen fünf Prinzipien: konkret statt abstrakt, gemeinschaftlich statt individuell, radikal statt kosmetisch, offen statt exklusiv und lernend statt perfektionistisch.
Als praktische Beispiele werden unter anderem Gemeinschaftsgärten, Repair-Cafés, Kleidertausch und solidarische Versorgungsstrukturen vorgestellt. Zugleich betont das Handbuch die theologische Verankerung: Schöpfungsverantwortung, prophetische Umkehr, gelebte Nachfolge und das Reich Gottes werden als Auftrag verstanden, eine lebenswerte Zukunft bereits heute gemeinsam zu gestalten.
Die zentrale Botschaft: Gemeinden müssen nicht alles können und nicht sofort große Veränderungen erreichen. Sie sollen klein anfangen, gemeinsam handeln, Erfahrungen sammeln und ihre Erkenntnisse mit anderen teilen.
Das Handbuch verbindet damit kirchliche Transformation, ökologische Verantwortung, Gemeinschaft und konkrete Hoffnung durch Handeln. Zum Arche-Handbuch von AN4F