Zuversicht trotz Krisen: Gemeinsam Zukunft gestalten

Zuversichtsbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung

Das Zuversichtsbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung zeigt: Vereine, Initiativen und gemeinnützige Organisationen in Deutschland blicken mit bemerkenswerter Zuversicht nach vorn. Ihre Stärke liegt im gemeinsamen Engagement – doch Bürokratie, Finanzierungsprobleme und gesellschaftliche Polarisierung bremsen ihre Gestaltungskraft. Auch für die Christians & Churches for Future (CC4F) Soest ergeben sich daraus wichtige Impulse.

Kriege, Klimakrise, gesellschaftliche Spaltung und zunehmende Unsicherheit prägen die öffentliche Wahrnehmung. Dennoch ist die Zuversicht in der organisierten Zivilgesellschaft erstaunlich groß. Das zeigt das erstmals veröffentlichte Zuversichtsbarometer der Robert Bosch Stiftung. Das Meinungsforschungsinstitut forsa hat dafür 754 Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen befragt.

72 Prozent der Organisationen blicken zuversichtlich in ihre Zukunft. Auf einer Skala von null bis zehn liegt die durchschnittliche Zuversicht bei 7,3 Punkten. Das Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft ist also groß – trotz schwieriger Rahmenbedingungen.

Engagement wirkt – und macht Mut

Was gibt Menschen Mut, sich trotz schwieriger Umstände weiter zu engagieren? Die Antwort liegt vor allem in der eigenen Erfahrung: Engagement wirkt!

94 Prozent der Befragten fühlen sich durch das Engagement ihrer Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen bestärkt. Positive Rückmeldungen der Menschen, die sie erreichen (92 Prozent), sowie konkrete Erfolge und die sichtbare Wirkung ihrer Arbeit (90 Prozent) sind weitere wichtige Quellen der Zuversicht.

Auch die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen (79 Prozent) und gesellschaftlicher Rückhalt (71 Prozent) stärken das Vertrauen in die Zukunft.

Die Botschaft ist deutlich: Zuversicht entsteht dort, wo Menschen gemeinsam handeln, Erfolge erleben und sich gegenseitig stärken.

Gute Ideen – aber schwierige Umsetzung

Die Befragung macht zugleich deutlich, wie stark zivilgesellschaftliches Engagement unter Druck steht. 73 Prozent der Organisationen nennen Bürokratie und Verwaltungsaufwand als Belastung. 64 Prozent kämpfen mit unsicherer Finanzierung, 60 Prozent mit Personalmangel oder überlasteten Mitarbeitenden. 54 Prozent beklagen mangelnde politische Unterstützung, 46 Prozent die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung.

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Umsetzung: 76 Prozent der Organisationen haben konkrete Vorstellungen davon, wie sie zu einer besseren Zukunft beitragen können. Doch neue Ideen tatsächlich umzusetzen, fällt deutlich schwerer. Die Bewertung der Umsetzbarkeit liegt bei lediglich 6,2 Punkten.

Es fehlt also nicht an Ideen, Motivation oder Gestaltungswillen. Häufig fehlen die notwendigen Ressourcen und geeigneten Rahmenbedingungen.

Was bedeutet das für CC4F Soest?

Die Ergebnisse bestätigen einen Ansatz, den Christians & Churches for Future Soest seit Jahren verfolgen: Vernetzung, Dranbleiben und konkrete Wirksamkeit sind entscheidende Voraussetzungen für gesellschaftlichen Wandel.

Vernetzung schafft Reichweite und Handlungskraft. Die Zusammenarbeit mit Kirchen, Kommunen, Initiativen, Vereinen, Bildungseinrichtungen und Menschen guten Willens verbindet unterschiedliche Kompetenzen und eröffnet neue Perspektiven. Formate wie die Schöpfungszeit, Zukunftstische oder gemeinsame Nachhaltigkeitsaktionen zeigen, wie aus einzelnen Akteuren ein tragfähiges Netzwerk werden kann.

Dranbleiben macht aus Impulsen Veränderung. Gesellschaftlicher Wandel braucht langen Atem. Ein Aktionstag, eine Ausstellung oder ein Gespräch können Aufmerksamkeit schaffen – entscheidend ist jedoch, die Themen weiterzuverfolgen, Verantwortliche einzubinden und konkrete nächste Schritte einzufordern. Auch wenn politische oder kirchliche Entscheidungsprozesse mühsam sind: Beharrlichkeit ist Teil der Wirksamkeit.

Erfolge sichtbar machen stärkt Zuversicht. Die Erfahrungen aus der Schöpfungszeit, die Resonanz auf kreative Formate und die Begegnungen mit Menschen zeigen, dass Klimagerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsverantwortung viele berühren. Diese Erfolge sollten bewusst wahrgenommen, geteilt und als Motivation für weiteres Engagement genutzt werden.

Kooperation braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Ehrenamtliches Engagement ist wertvoll, aber nicht unbegrenzt belastbar. Gute Zusammenarbeit, klare Zuständigkeiten, realistische Vorhaben und eine Kultur der Wertschätzung helfen, Kräfte zu bündeln und Überlastung zu vermeiden.

Gemeinsam Zukunft ermöglichen

Das Zuversichtsbarometer ist kein Aufruf zu naivem Optimismus. Es zeigt vielmehr, dass Zuversicht aus dem Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft erwächst. Für CC4F Soest bedeutet das: nicht allein auf die großen politischen Entscheidungen warten, sondern vor Ort Menschen verbinden, Veränderungen anstoßen und Erfolge erlebbar machen.

Vernetzung schafft Reichweite. Dranbleiben schafft Veränderung. Wirksamkeit schafft Zuversicht.

So wird aus Schöpfungsverantwortung gemeinsames Handeln – und aus Hoffnung eine Kraft, die Zukunft gestaltet.

Quelle: Robert Bosch Stiftung, Zuversichtsbarometer 2026; Befragung durch forsa, August/September 2026. (pdf)